Droht Neukirchen bald ein Zahnärztemangel?

gesundheitsversorgung Zahnarzt sucht weiterhin Nachfolger

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Dr. Wolfgang Winkler (l.) und seine Ehefrau Gabriele Winkler haben zum ersten März ihre Zahnarztpraxis in Neukirchen geschlossen.Foto: ERZ-Foto/Georg Ulrich Dostmann

Neukirchen. Ende Februar hatte Zahnarzt Dr. Wolfgang Winkler aus Neukirchen seine Praxis das letzte Mal geöffnet. Einen Tag später verabschiedete sich der 67-Jährige in seinen Ruhestand. Seitdem gibt es in der Gemeinde nur noch vier Zahnärzte. Allerdings sind zwei der vier Zahnärzte bereits über sechzig Jahre alt.

Dr. Wolfgang Winkler hatte über all die Jahre zwischen 4000 und 5000 Patienten. "In Zukunft wird also dringend ein neuer junger Zahnarzt gebraucht. Ich würde meine Praxis gern einem Nachfolger vermieten. Wenn dies allerdings nicht gelingt, werden wir die Räumlichkeiten anderweitig vermieten, da wir bereits seit zwei Jahren ohne Erfolg auf der Suche nach einem Nachfolger sind", sagt Dr. Wolfgang Winkler. Der Mediziner hat 1969 am Agricola-Gymnasium in Chemnitz sein Abitur gemacht und absolvierte nach 18 Monaten bei der Armee ein fünfjähriges Zahnmedizinstudium in Halle und Dresden.

Eine lange Reise geht zu Ende

Anschließend folgte vier Jahre lang die Fachzahnarztausbildung in Erfurt. 1980 bis 1991 arbeitete er zunächst als Kinderzahnarzt in Olbernhau und eröffnete im Jahr 1991 seine eigene Praxis in Neukirchen an der Hauptstraße.

Seine beiden Mitarbeiterinnen haben beide bereits eine neue Stelle gefunden. Auch seine Frau Gabriele Winkler arbeitete 26 Jahre an der Anmeldung in seiner Praxis. "Für mich war es eine große Überwindung, mich aus gesundheitlichen sowie aus Altersgründen in den Ruhestand zu verabschieden. Ich habe es zudem versäumt, rechtzeitig einen Assistenten einzustellen und als Nachfolger anzulernen", kritisiert er sich selbst. "Am schwersten ist mir der Abschied von meinen Patienten gefallen, das war eine sehr emotionale Situation."