Edel-Viertakter ziehen die Blicke auf sich

Motoren Weit über 100 Fahrer der Edelmarke D-Rad auf Streifzug durchs Erzgebirge

D-Rad war auch schon in Kairo Foto: Thomas Fritzsch

Am Wochenende waren über 100 Oldtimerfahrer aus 5 Nationen auf den Straßen des Erzgebirges unterwegs. Denn die europaweite D-Rad-Szene trifft sich in jedem Sommer in einem anderen Ort Deutschlands. Sie besteht aus den stolzen Besitzern von Oldtimer-Motorrädern. Treffpunkt der diesjährigen 24. Auflage des D-Rad-Treffens auf zwei und drei Rädern war Eibenstock im Westerzgebirge.

Der "Spandauer Springbock" ist etwas ganz besonderes

Seit dem ersten Treffen wächst die Fan-Gemeinde des Edel-Viertakter, der zehn Jahre gefertigt wurde. Mittlerweile kommen auch Teilnehmer aus der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden und Polen zu den Benzingesprächen und Fachsimpeleien unter Gleichgesinnten. D-Rad ist die Bezeichnung für ein Motorrad, welches in der Zeit von 1922 bis 1932 von den Deutschen Industriewerken in Berlin Spandau gebaut wurde. Die Motorräder gab es in verschiedenen Hubraumklassen zu kaufen. Umgangssprachlich wurde es liebevoll auch "Spandauer Springbock" genannt.

Beliebt ist auch die gemeinsame Ausfahrt. Die führte am Samstag durchs Erzgebirge. Los ging es in Eibenstock und über Schwarzenberg nach Pöhla, wo eine erste Rast mit Einfahrt ins Besucherbergwerk eingelegt wurde. Weiter ging die Fahrt mit den Prachtstücken über Crottendorf bis auf Sachsens Dach, das Fichtelberg-Plateau. Dort angekommen dauerte es nicht lange, bis Passanten auf die seltenen Maschinen aufmerksam wurden. Zu sehen war nahezu die gesamte Produktpalette der Spandauer. Nach dem kurzen Aufenthalt brachen die Fahrer zur letzten Station auf, dem Pferdegöpel in Johanngeorgenstadt, wo eine Kaffeerunde anstand, bevor sich der Kreis schließlich in Eibenstock schloss.

Von 1922 - 1932 wurden in Berlin - Spandau ca. 60.000 Motorräder der Marke D-Rad gebaut.

1928 pachtete DKW aus Zschopau das Werk für die Produktion ihrer Vierräder. 1932 wurde wegen der Weltwirtschaftskrise der Motorradbau zwangsweise eingestellt. 1933 kaufte die inzwischen gegründete Auto Union das Werk auf.