Ein Deutscher ohne Staatsbürgerschaft?

Lokal Tscheche Jelinek kam vor 40 Jahren nach Deutschland

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Jindrich Jelinek ist berühmt für seinen Böhmischen Lendenbraten mit Knödel. Foto: Leischel

Grünhain-Beierfeld. Eine Überraschung gab es für Jindrich Jelinek, als ihn Bürgermeister Joachim Rudler Blumen überreichte. Der Koch und Ehemann von Juliane Jelinek, der Chefin der Klosterschmiede in Grünhain, kam vor 40 Jahren aus der Tschechischen Republik in die damalige DDR und ist bis heute in Deutschland geblieben.

"Ich gehörte zu den ersten 25 von 100 Turbinenbauern, die 1977 mithalfen, das Pumpspeicherwerk in Markersbach aufzubauen. Weil unsere Truppe fröhlich nach Feierabend im `Roten Löwen` in Schwarzenberg-Heide einkehrte, lernte ich dort Juliane kennen, die als Kellnerin tätig war", erinnert sich der 63-Jährige.

Seit 1980 ist er mit ihr verheiratet und zog im Oktober 1981 nach Grünhain und bauten sich im Gaststättengewerbe ihre neue Existenz auf. Warum Jelinek heute noch immer die tschechische Staatsbürgerschaft besitzt?

"Vor vier Jahren hab' ich mal versucht, die bürokratischen Hürden für die deutsche Staatsbürgerschaft mit einem Einbürgerungstest zu überspringen. Ich kann mit Gewissheit einschätzen, 18 von 35 Fragen aus einem Komplex von 360 möglichen Fragen richtig zu beantworten, das würde vielleicht sogar einen Abiturienten überfordern. So bin ich eben wenigstens EU-Bürger geblieben."