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Ein Haus könnte allein Geschichte erzählen

Abriss Maroder Bayrischer Hof in Geyer muss weichen

Geyer. 

Geyer. Seit der Wiedervereinigung ist der Bayrische Hof, einstiges Vorzeigeobjekt im Herzen der Bingestadt Geyer, dessen markanter Schriftzug Klubhaus die Fassade ziert, dem Verfall preisgegeben. Nachdem diverse Vorarbeiten und eine Giebel-Sicherung zum Nachbarhaus erfolgten, wird seit einigen Tagen von der Rückseite aus mit dem Abriss begonnen.

Das Gebäude mit Geschichte und Tradition, anfangs noch Gasthof am Marktplatz, wurde im Jahr 1862 ein Raub der Flammen. Der Wiederaufbau des völlig niedergebrannten Hauses erfolgte drei Jahre später. Das "Schwarze Roß" war geboren, später dann als Bayrischer Hof über Sachsen hinaus bekannt. Viele Vereine, darunter auch Schnitz- und Krippenverein von Geyer, dessen letzte Ausstellung im Konzert- Theater- und Ballsaal 1989 war, nutzten die Räumlichkeiten zur Präsentation. Der gastronomische Anziehungspunkt hatte über die Jahrzehnte zahlreiche private Gaststätteninhaber, insbesondere vor dem 2. Weltkrieg. Danach war der Bayrische Hof unter anderem als HO-Gaststätte über die Tore von Geyer hinaus bekannt und beliebt. Hauptaufgabe des einstigen Klubhauses war die Versorgung der Werktätigen der ortsansässigen Betriebe zu DDR-Zeiten.

Allseits beliebter Ort vernachässigt

Zahlreiche Veranstaltungen, darunter Weihnachtsfeiern und private Festlichkeiten, belebten die Räume. Das Geschäft florierte, nicht selten wurden im Durchschnitt am Tag über 500 Essensportionen hergestellt. Doch in der Zeit hatte man es versäumt, zu investieren. So musste die Gaststätte 1985 aus hygienischen Gründen geschlossen werden. Nach der Wiedervereinigung wurde nach langem Hin und Her, so wie es vielen Gebäuden im Erzgebirge erging, das Haus an einen Investor veräußert. Und damit war der Untergang schon vorgezeichnet.

Anstelle des Bayrischen Hofs ist eine neue Freifläche mit Sitzgelegenheiten und Grün geplant. Beim Abriss und der Neugestaltung kann die Stadt zum Teil auf staatliches Fördergeld zurückgreifen. Allein der Rückbau wurde mit rund 191.000 Euro veranschlagt.



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