Ein Kinderfahrzeug mit Geschichte

Ausgestellt Große Sommerschau lädt bis Mitte August ins Depot nach Gelenau

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Eckart Holler ist stolz auf seine Neuerwerbung. Foto: Ilka Ruck  Foto: Ilka Ruck

Gelenau. Eckart Holler ist ein Sammler und Restaurator der besonderen Art. Wenn er etwas anpackt, dann hat das Hand und Fuß oder besser, meistens vier Räder. Seine Lieblingsstücke sind historische Kinderfahrzeuge. Viele davon gibt es auch in der Sommerschau im Gelenauer Depot Pohl-Ströher zu sehen.

Ein ganz besonderes Tretauto

Doch das ist es nicht allein, was den Chemnitzer am Sammeln reizt. Es sind oftmals die Geschichten, die es zu jedem der alten Stücke gibt. Eine ungewöhnliche Story rankt sich um das Tretauto Tri-ang Toys. "Das Kinderfahrzeug kommt aus England und ist Baujahr 1920-30. Der ehemalige Besitzer hat uns die Geschichte seines Vaters erzählt", sagt Eckart Holler.

Er berichtet weiter: "Dieser Mann von der Mosel war auf meine Internetseite gestoßen und rief mich daraufhin an. Er erzählte von seinem Vater der 1942 zur Wehrmacht eingezogen wurde und 1944 in der Normandie in Gefangenschaft geriet. Von da an war er in drei verschiedenen Lagern und zweimal davon in England. 1947 wurde er entlassen und schlug sich mit dem Zug bis nach Hause durch. Das Kuriose ist, dass er all seine Habseligkeiten in diesem Auto auf den Rücken gebunden transportierte. Seinen Sohn hatte er zuletzt als Säugling gesehen und der sollte das Fahrzeug bekommen."

Tri-ang ist eine sehr bekannte englische Firma und das Auto ist das Modell "Triumpf". Es war grün angemalt, doch Eckart Holler hat die Originalfarbe freigelegt. Nun steht es in all seiner bespielten Pracht im Depot.

Was zeigt die Ausstellung sonst noch?

Zum Thema der diesjährigen Sommerschau passt es allzumal. Denn die läuft noch bis zum 12. August unter dem Motto "Auto, Kran und Co. - mit Puppen und Bären". Gezeigt werden ebenfalls weitere Teilsammlungen und Leihgaben. Für Kinder ist ein Spielzimmer und ein Leseraum eingerichtet. Insgesamt gibt es 1.800 Quadratmeter voller Überraschungen. Geöffnet ist die Schau immer Dienstag bis Sonntag jeweils 13 bis 17 Uhr.