Ein Lanz wird mit Schwung gestartet

Oldtimer Oberoelsnitzer pflegen ihre historischen Prachtstücke

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Christian Tröger geht mit Noah und Anne Kriegel auf Rundfahrt. Foto: Armin Leischel

Oberoelsnitz. Wenn die Oldtimerfreunde Oberoelsnitz die Feste in der Bergarbeiterstadt mit ihren Oldtimerrundfahrten bereichern, dann sind die Trögers auf alle Fälle mit dabei. Christian und Gotthard Tröger haben ihre Lanz-Bulldog fein rausgeputzt und für die traditionellen Rundfahrten beim letzten Bauernmarkt vorbereitet. Doch bei den Trögers steht noch mehr Nostalgie in der alten Scheune. Seit der Kollektivierung in der DDR bewirtschaftet die Familie nur noch rund einen von ehemals zehn Hektar selbst.

Die nostalgischen Erbstücke wie Ochsenkummet, Ackerpflüge oder Kastenwaagen zeigen sie gern bei den Bauernmärkten. Sie werden gut gepflegt und bleiben somit der Nachwelt erhalten. Gotthard Tröger war zum Beispiel beim letzten Wohngebietsfest in Oberoelsnitz mit einer besonderen Rarität angereist. "Der Diesel Hanomag diente nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Feldern. Für diese schwere Arbeit war er aber nicht konzipiert und so kam der Hanomag mehr als Pkw zum Einsatz", sagte der Oldtimerfreund. Den Hänger hat er sich aus Stollberg geliehen. Darauf wurden früher die Milchkannen transportiert.

Oldtimer-Traktoren sind besondere Raritäten bei Wohngebietsfesten

Bruder Christian zeigte auf dem Bauernmarkt, wie man einen Lanz startet: Etwa 15 Minuten lang mit einer Lötlampe den Glühkopf vorwärmen, danach die Lenksäule samt Lenkrad in die Schwungscheibe stecken und mit einer geübten Drehung den Bulldog sein erstes rußgeschwärztes "Tuck-Tuck" abringen. "Wer es nicht gelernt hat, dem fliegt schon mal die Lenksäule um die Ohren", schmunzelt Christian Tröger.

Bruder Gotthard Tröger erinnert sich: "Als Schulkind musste ich noch die Kühe hüten, das Getreide von Hand zu Puppen binden und beim Dreschen kräftig mit zupacken." Heute können er und sein Bruder davon viel erzählen und dazu zahlreiche Schauobjekte hautnah zeigen.