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Vogtland

Ein Stückchen Geschichte bewahren

Leute heute Siegfried Schlottig verarbeitet Kindheits- und Jugenderinnerungen in einem Buch

Kartoffeln stoppeln, Federn schleißen und Ehren lesen sind Begriffe, die Siegfried Schlottig aus seiner Kindheit in Zöblitz noch sehr gut in Erinnerung sind. Oft musste er seinen Söhnen erzählen, wie es damals so war, was er so erlebt hat. "Irgendwann haben sie dann gesagt: 'Vater schreib's auf'. Und so habe ich mich an mein erstes Buch gesetzt", erinnert sich Siegfried Schlottig. In nur anderthalb Jahren fasste er auf knapp 400 Seiten seine Kindheits- und Jugenderinnerungen aus seinem Heimatort Zöblitz zusammen. Auch aus den Erzählungen seiner Eltern und Großeltern ließ er einfließen, was ihm besonders im Gedächtnis geblieben ist. Ursprünglich war das fertige Werk nur für seine Kinder und Freunde gedacht. "Ich hatte nicht den Anspruch, ein literarisches Werk zu schaffen, ich wollte einfach ein Stückchen Geschichte bewahren", sagt er. Doch dann war das Interesse auf einmal so groß, dass er inzwischen schon den zweiten Nachdruck in Auftrag gegeben hat. Alles in kleinen Serien und selbst verlegt. Geboren wurde Siegfried Schlottig 1943 in Stettin, seine Eltern stammen aber beide aus Zöblitz. Als er zwei Jahrealt war, wurde der Ort evakuiert - für seine Familie ging es zurück nach Zöblitz, wo die Lebensverhältnisse nach dem Krieg, wie überall in Deutschland, recht kompliziert waren. Trotzdem beschreibt er seine Kindheit und Jugend in Zöblitz als schön und unbeschwert. Streiche, Schwänke und Episoden mit Zöblitzer-Originalen regen natürlich auch zum Schmunzeln an. Gut in Erinnerung sind ihm auch noch die Arbeitsgemeinschaften und Feiern, die er im Grundschulalter im Pionierhaus in Marienberg besuchte. Vielleicht ein Grund, warum er sich entschlossen hat hier am nächsten Wochenende sein Buch in einer Lesung öffentlich zu präsentieren. Service: Die Lesung findet am 2. März um 17 Uhr in der Baldauf Villa in Marienberg statt. Der Eintritt ist frei.