Eine Ruhestätte für das Haustier

Trauer Romeana Milewski betreibt in Neukirchen den ersten sächsischen Tierfriedhof

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Wolfgang (l.) und Jutta Kürsten (r.) beim Pflegen ihres Tiergrabes auf dem ersten Tierfriedhof Sachsens in Neukirchen. Foto: Georg Dostmann

Neukirchen. Ein Ort, an dem man um seinen verstorbenen tierischen Begleiter trauern kann, ist für viele Menschen eine große Hilfe bei der Trauerbewältigung. Bereits 1994 wurde von Johanna Bürger ein Friedhof für Tiere in Neukirchen eröffnet - der erste seiner Art in Sachsen. Seit 2010 betreibt Romeana Milewski das 1.500 Quadratmeter große Areal, auf dem etwa 200 Tiere begraben liegen. "Dazu gehören Reptilien, Hunde, Katzen, Vögel und Nagetiere", erklärt die 42-Jährige.

Trauernde haben verschiedene Möglichkeiten

Die Mindestpachtzeit eines Tiergrabes beträgt fünf Jahre, danach kann die Frist verlängert werden. Der Friedhof ist zwar immer geschlossen, Trauernde erhalten jedoch mit einem separaten Schlüssel Zutritt. Seit 2010 wird die Möglichkeit der Einäscherung angeboten. Viele Menschen entscheiden sich dafür, die Urnen mit nach Hause zu nehmen. Durch die Einäscherung ist die Zahl der Gräber zwar weniger, dadurch ist das Gelände allerdings auch parkähnlicher geworden.

Viele Menschen nehmen eine lange Anfahrt in Kauf, um ihre toten Haustiere zu besuchen. Die Trauernde mit der weitesten Anreise kommt aus Weinböhla. Jutta und Wolfgang Küsten kommen ein Mal in der Woche an das Grab ihrer geliebten Hunde. Ihre drei Hunde der Rasse Shi-Tzu wurden 1999, 2012 sowie 2015 beigesetzt. Das Ehepaar wollte seine Hunde nicht an eine Tierkörperbeseitigungsfirma übergeben und entschied sich deshalb für den Friedhof. Die beiden 80-Jährigen pflegen nicht nur das Grab, sondern erinnern sich auch an alte Zeiten zurück.

Für viele ist die Beerdigung ihres Haustieres jedoch auch ein Neuanfang. Inhaberin Romeana Milwski sagt: "Ich höre immer wieder von den Trauernden, dass sie sich nie wieder ein Haustier anschaffen möchten. Etwa 80 Prozent suchen sich nach einiger Zeit trotzdem wieder einen tierischen Begleiter.