Eine seltene Gelegenheit: Museums-Führung mit dem "Geist"

Erlebnis Besucher erkunden Erzgebirgsmuseum zweimal im Jahr mit Taschenlampen

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Der Geist Clara führte die nächtlichen Eindringlinge durch das Erzgebirgsmuseum. Foto: Jan Görner

Annaberg. Die Taschenlampenführung durch das Erzgebirgsmuseum soll etwas Besonderes sein und bleiben. Deshalb gibt es jedes Jahr nur zwei Termine. Der Winterferientermin ist letzte Woche gewesen. Der für die Herbstferien steht momentan noch nicht fest.

Das Angebot fällt am ehesten in die Rubrik erlebnisorientierte Geschichtsforschung für Kinder und Familien. Dabei geht es gruselig zu, denn durch das Haus führt ein Gespenst. Kreidebleich im Gesicht und in einem Gewand aus dem 19. Jahrhundert trat der Geist Clara in den Flur, die Tür laut wummernd hinter sich zuschlagend. Alle Lichter waren aus. Nur die Taschenlampen der 30 Besucher funzelten durch den Flur. Dann stellte sich der Geist als verstorbene Tochter August Eisenstucks vor. Sie lebte einst im Haus und spukt nun hier umher.

"Historisch belegt ist Clara nicht. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass sie gelebt hat", sagte die Annaberger Stadtführerin Christin Baden-Walther. Eine Kerze in der Hand ging der Geist voran und berichtete aus seinem eigenen Leben und dem seiner Heimatstadt Annaberg. So erfuhren die Besucher von den Anfängen der Stadt, von Daniel Knapps erstem Silberfund, vom Stadtbrand 1604, den Veränderungen der Kirche St. Marien und vielem anderen mehr. Eine große Rolle spielten die Menschen.

So erzählte der Geist Clara leidvoll von Johann und Benigna Bieber, dem Geschwisterpaar, das nach der Feuersbrust verbrannt und eng umschlungen aufgefunden worden ist. "Das war alles sehr schön und anschaulich und bleibt den Kindern bestimmt lange in Erinnerung", sagte Doreen Bauer nach der Taschenlampenführung. Sie wird diese Veranstaltung auf jedem Fall weiterempfehlen