Einfache Jobs stehen hoch im Kurs

Arbeitsamt Über 1000 Tschechen besuchen Börse der Annaberger Agentur

Nachwuchs- und Fachkräftemangel veranlassen die Agentur für Arbeit Annaberg-Buchholz seit über 15 Jahren zur Werbung für den hiesigen Arbeitsmarkt in der Tschechischen Republik. Am Mittwoch besuchten etwa 450 Tschechen die Jobbörse der Erzgebirger in Komotau, am Donnerstag zirka 650 die in Karlsbad. Dutzende Arbeitgeber haben sich in den beiden Städten präsentiert. Einige von ihnen bauten ihre Stände auch in beiden Städten auf. "Es hat viele interessante Gespräche gegeben. Damit sind wir sehr zufrieden", sagte Michael Schröter von der Agentur. Vor allem die Personalserviceagenturen und Leiharbeiterfirmen waren bei den Besuchern begehrt. "Ich bin eigentlich Fahrer. Der Job ist schlecht bezahlt. Deshalb suche ich nach irgendeiner Arbeit in Deutschland. Was, ist mir ziemlich egal", sagte etwa Jaromír Bukay aus Komotau. Eine duale Ausbildungssystem wie in der Bundesrepublik gibt es in Deutschland nicht. "Bei uns werden die jungen Leute an Berufsfachschulen ausgebildet", sagte Oldřich Machovec vom Arbeitsamt der Region Komotau. Diese sei wiederum vor allem theoretisch geprägt. "Ihnen fehlt die Praxis", weiß Robert Müller von der Elektroanlagenbau Zschopau GmbH aus Erfahrung. Dennoch stellt er gern passende Mitarbeiter aus Tschechien ein. "Wir müssen sie zwar wie jemanden aus dem ersten Lehrjahr anlernen, aber sie sind erfahrungsgemäß sehr engagiert und lernwillig", so der Zschopauer weiter. Außerdem besteht das Problem der Sprachbarriere. Eine Invasion tschechischer Arbeitnehmer auf den sächsischen Arbeitsmarkt wird es, da ist sich Michael Schröter sicher, nicht geben. "Die Leute rechnen. Der Weg muss sich lohnen, und wer zu Hause eine gute Stelle hat, der bleibt auch dort", sagte er. Außerdem kämpft der tschechische Arbeitsmarkt laut Oldřich Machovec mit einem ähnlichen Fachkräftemangel wie der in Deutschland. Dennoch suchen und finden jährlich Hunderte Tschechen in Deutschland einen Job.