Einheit und Partnerschaft

Festakt Frank Richter hält berührende Rede und stimmt nachdenklich

Mit einem Festakt im Kulturhaus Aue hat der Erzgebirgskreis 25 Jahre Deutsche Einheit und 25 Jahre Kreispartnerschaften gefeiert. Als Festredner konnte der Direktor der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Frank Richter, verpflichtet werden. Ein Glücksgriff, denn Richter analysiere treffend die aktuelle Situation und sprach davon, dass wir Weltbürger werden: "Die Welt kommt zu uns - mit allen Nöten und Problemen, ganze Staaten zerfallen." Dies alles werde zukünftig nicht nur eine politische, sondern auch kulturelle Aufgabe sein, hieß es in seiner Rede. Allerdings will Richter angesichts der neuen Herausforderungen auch eine "Ermüdung" bei den Bürgern festgestellt haben. Die einen würden es als Abenddämmerung sehen und empfinden, weil sie sich von ihrer geliebten Heimat verabschieden müssen. Für andere sei es eine Morgendämmerung, weil sie die neuen Chancen und Möglichkeiten für sich erkennen, so Frank Richter sinngemäß, der für seine Festrede von den geladenen Gästen mit tosendem Beifall bedacht wurde. Die Festveranstaltung wurde von Ronny Krappmann moderiert, der außerdem als Sänger auftrat. Bereits am Vormittag hatte es eine interessante Podiumsdiskussion gegeben. Zu dieser waren etwa 100 Jugendliche aus Ost und West eingeladen, die am "Freundschaftscamp ERZ" teilnahmen. Heinz-Günther Kraus, von 1990 bis 1994 Landrat in Aue, sagte: "Es geht bei der Podiumsdiskussion unter anderem darum, die Generation, die die Wendezeit nicht erlebt hat, an die Ereignisse heranzuführen." Er hat den Eindruck: "Die junge Generation spürt den Konfliktstoff nicht mehr." Sichtlich gefesselt lauschten die Schüler den Ausführungen von Kraus zum Leben in der DDR und der friedlichen Revolution. Zudem brachten sich die Landräte Dr. Jürgen Ludwig (Ansbach), Hanno Hurth (Emmendingen), Armin Kroder (Nürnberger Land), Helmut Weiß (Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim) und Gastgeber Frank Vogel in die Diskussion ein.