Eisige Kälte schlimmer als Schnee

Herausforderung RVE-Busfahrer trotzen mit Freundlichkeit den Tücken des Winters

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Andreas Brodisch ist seit 1990 Busfahrer. Er fühlt sich hinterm Lenkrad auch im Winter sehr wohl. Das A und O seien gute Winterreifen und freie Sicht. Foto: Katja Lippmann-Wagner

Region. Schnee, Schnee und nochmals Schnee - Während sich die Wintersportler freuen, stöhnen die Autofahrer im Erzgebirge unter der weißen Pracht. Auch die Busfahrer vom Regionalverkehr Erzgebirge (RVE) stehen aktuell aufgrund der Wettersituation nahezu täglich vor neuen Herausforderungen. Andreas Brodisch, der für die RVE GmbH unter anderem im Schülerverkehr zwischen Bockau und Schneeberg unterwegs ist, weiß, dass das wichtigste gute Winterreifen sind: "Das ist das A und O." Die meisten RVE-Busse sind mit Kombinationsreifen ausgestattet, die im Oktober aufgezogen werden, ein ganzes Jahr rollen und schließlich durch neue ersetzt werden.

Zudem hat Busfahrer Brodisch aus Zschorlau, der schon seit 27 Jahren hinterm Lenkrad sitzt, die Erfahrung gemacht, dass der Bus im Notfall viel schneller zum Stehen kommt als ein Auto. "Natürlich müssen wir im Winter bei Schnee und Glätte etwas verhaltener fahren", so der 59-Jährige, der geschickt selbst durch enge Stellen kommt.

Dass im Winter Verspätungen nicht ausbleiben, das weiß Wolfgang Kuhn, Verkehrsmeister Meisterbereich West: "Der Fahrplan geht von normalen Straßenbedingungen aus." Allerdings ist sich Kuhn sicher, dass die meisten Fahrgäste dafür durchaus Verständnis haben. "Wichtig ist, dass unsere Fahrer gerade bei Schwierigkeiten freundlich sind. Sind sie es, gibt es meist auch keine Beschwerden", lächelt Wolfgang Kuhn, der Schnee als geringeres Übel im Winter empfindet. "Schlimmer ist extreme Kälte." Diese mache den Bussen zu schaffen.

Probleme sehen die Busfahrer der RVE ganz oft an Bushaltestellen, die sich in kommunaler Hand befinden und von den Kommunen daher auch geräumt werden müssen. Da türmen sich Schneeberge, wird der Ausstieg manchmal schwierig. "Dort wo viel Platz ist, gibt es keine Probleme", sagt Brodisch: "Da wird der Schnee richtig weggeschoben." Die Säge klemme aber an jenen Haltestellen, an denen dieser Platz fehlt. Dort müsse das weiße Pulver abgefahren werden und das dauere meist länger.