Elektromotoren helfen den Segelfliegern im Erzgebirge

wettkampf Matthew Scutter aus Australien gewinnt E2Glide-Woche in Großrückerswalde

Großrückerswalde. Mit Matthew Scutter hat ein Australier im Erzgebirge jubeln dürfen. Der 29-Jährige, der seit dreieinhalb Jahren mit einem zum Wohnmobil ausgebauten Kleinbus durch Europa reist, hat in Großrückerswalde die E2Glide-Woche gewonnen. 15 Teilnehmer aus fünf Ländern waren dazu mit ihren Segelflugzeugen angetreten, die über kleine Elektromotoren verfügen. "Sie sind klein, aber sehr leistungsfähig", sagt Erfinder Luka Znidarsic aus Slowenien, der bei der Veranstaltung selbst mit am Start war. Ihm und den anderen Piloten hilft die Verstärkung bei ausbleibender Thermik, um dank eines kleinen Propellers auf der Höhe und damit auf Kurs zu bleiben. "Außenlandungen können damit vermieden werden", so Znidarisic.

An sechs von acht Tagen geflogen

Auch bei der E2Glide-Woche kamen die Teilnehmer stets zurück nach Großrückerswalde und mussten nicht auf einem Feld oder einem anderen Flugplatz landen. Die vorgegebenen Flugstrecken wurden bewältigt, auch wenn es das Wetter den Beteiligten nicht leicht machte. Nach wochenlanger Trockenheit nahm ausgerechnet mit Beginn des Wettbewerbs die Regenhäufigkeit zu. "Angesichts des großen Aufwands war das ein bisschen schade. Unterm Strich waren wir aber trotzdem an sechs der geplanten acht Tage an der Luft", sagt Mitorganisator Markus Uhlig vom Fliegerclub Großrückerswalde und ergänzt: "Genau das macht den Elektrosegelflug aus. Ohne die Motoren wären nur zwei Flugtage möglich gewesen."

Reges Interesse im Internet

Sobald es die Witterung zuließ, schaute sich Uhlig ganz genau die Wetterkarte an und gab den Teilnehmern die jeweilige Tagesroute mit mehreren Wendepunkten vor. Die mit 325 Kilometern längste Etappe führte über die Talsperre Eibenstock, in tschechisches Fluggebiet und via Sebnitz wieder zurück ins mittlere Erzgebirge. Und natürlich war Matthew Scutter auch da sehr schnell. In der Addition aller Tageszeiten hatte er am Ende 23:01 Minuten Vorsprung auf Florian Heilmann aus Kamenz. Mit 29:54 Minuten Rückstand folgte Luka Znidarsic auf Rang 3 und wurde somit bei der Siegerehrung am Samstag ebenfalls aufgerufen. "Von den Piloten gab es eine positive Resonanz", bilanziert Markus Uhlig, der sich auch über das rege Interesse im Internet freute. Die Live-Übertragungen verfolgten jeden Tag mehr als 150 User. Dazu wurde eines der Videos schon über 3000-mal geklickt. Das Ziel, Werbung für den Elektrosegelflug zu betreiben, sei somit erreicht worden.