Endstation im Erzgebirge - Historische Lok landet an einer bekannten Burg

Rund um den ehemaligen Scharfensteiner Bahnhof tut sich derzeit einiges. Kinder können sich auf einen neuen Spielplatz freuen. Und auch Fans historischer Eisenbahntechnik kommen neuerdings auf ihre Kosten.

Scharfenstein

Eine feierliche Einweihung steht direkt neben dem ehemaligen Scharfensteiner Bahnhofsgebäude erst noch bevor. Am 4. September wird dort ein neuer Kinderspielplatz eröffnet.

Schon jetzt können sich Bewohner und Touristen aber über eine andere neue Attraktion freuen, denn direkt neben den Spielgeräten hat eine historische Lok ihre letzte Ruhestätte gefunden. Zunächst war sie sogar als Teil des Spielplatzes vorgesehen, wie Drebachs Bürgermeister Swen Drechsler erklärt.

Der Plan für das Vorhaben im Ortsteil Scharfenstein musste dann jedoch geändert werden.

1960 in Babelsberg gebaut

„Auf der Lok sollten die Kinder klettern können. Die dafür nötigen hohen Sicherheitsanforderungen waren jedoch nicht zu erfüllen“, so Drechsler. Dennoch wurde ein Weg gefunden, wie nicht nur die junge Generation das Gefährt bestaunen kann.

Weil direkt neben dem Spielplatz ein Mini-Gleis verlegt wurde, in das die Lok vor wenigen Tagen von einem riesigen Kran gehoben wurde, können nun auch Erwachsene und Fans historischer Eisenbahntechnik dieses schicke blaue Denkmal bestaunen.

Dabei handelt es sich um eine Diesellok des Typs V10B, die 1960 vom Lokomotivbau „Karl Marx“ in Babelsberg gebaut wurde und dann jahrzehntelang hauptsächlich an zwei Orten zum Einsatz kam.

Aus dem Dornröschenschlaf geholt

Zunächst wurde die Lok im Materiallager Oranienberg gebraucht, ehe sie ab 1987 beim VEB Metallaufbereitung Dresden ihren treuen Dienst erledigte. Als sie nicht mehr gebraucht wurde, nahm sich der Förderverein für die Müglitztalbahn des Schienengefährts an.

Über die Initiative Sächsische Eisenbahngeschichte landete sie schließlich bei der Stadt Altenberg, die aber keine Verwendung dafür hatte und bereits über eine Verschrottung nachdachte.

Da kam die Gemeinde Drebach ins Spiel, die schon 2017 an eine Verschönerung des Bahnhofsgeländes dachte. Nachdem die Lok für einige Jahre im Bauhof schlummerte, hat sie nun endlich ihre letzte Ruhestätte an einem wunderschönen Ort gefunden.

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