• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

Enkel pflegt Andenken einer heldenhaften Tat

Gedenkstätte Niederschmiedeberger Namen seit 30 Jahren in Yad Vashem

Niederschmiedeberg. 

Niederschmiedeberg. Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren sind fünf Niederschmiedeberger für ihren Mut von der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechte unter den Völkern" ausgezeichnet worden. Mit Eberhard Griesmann erinnert ein Enkel der Geehrten an ihre Tat. Diese liegt beinahe 75 Jahre zurück. Der Niederschmiedeberger kennt sie nur aus den Geschichten seiner Großeltern.

Als im April 1945 ein Zug mit Häftlingen des Buchenwalder KZ-Außenlagers Rehmsdorf in Gelobtland hielt, wurde er von alliierten Jagdbombern beschossen. Einigen Häftlingen gelang dabei die Flucht. Darunter befanden sich auch die Geschwister Michael und Jurek Rozenek.

Geschwister hielten bis zum Ende Kontakt

Arno Bach fand die beiden im Wald und gab ihnen im Schuppen auf seinem Niederschmiedeberger Grundstück ein Obdach. Im Haus wussten alle davon. Hier lebten damals Arno und Margarete Bach, Arnos Schwester Luise Griesmann mit ihrem Mann Alfred Griesmann und die Mieterin Frieda Löser mit ihrem vierjährigen Sohn. Sie halfen mit und riskierten damit ihr Leben.

Vom 16. April bis zum Kriegsende am 8. Mai hielten sie die fünf Niederschmiedeberger versteckt. Dafür wurden diese fünf Niederschmiedeberger in den Garten der "Gerechten unter den Völkern" in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem aufgenommen. Der 8. Mai war für die beiden polnischen Juden auch die ganz persönliche Befreiung. In seinen kurzen Memoiren schreibt Michael Rosenek, dass er die Namen seiner Retter hoch in Ehren halten wolle. Von hier aus ging es für die beiden in ihre polnische Heimat. Dort waren sie jedoch nicht willkommen und sie emigrierten nach Buenos Aires in Argentinien. Bis zu ihrem Tod pflegten sie Kontakt zu ihren Rettern.



Prospekte