Er hat zwei alte Heilquellen entdeckt!

Fund Gastwirt Weidensdorfer träumt von Kurbetrieb in Bad Einsiedel

Michael Weidensdorfer hat den verborgenen Keller samt Sauerbrunnen aufgespürt. Foto: Jan Görner

Seiffen. Michael Weidensdorfer hat bereits zwei der einst drei und mittlerweile beinahe vergessenen Heilquellen in Bad Einsiedel wiederentdeckt. Einst versorgten sie das unweit vom Waldgasthof Bad Einsiedel gelegene Badehaus. Dort bauten bereits im 16. Jahrhundert Menschen auf die heilende Wirkung des hier vorkommenden Wassers.

"Sauer-, Schwefel- und Gesundbrunnen"

Die drei Quellen sind in alten Dokumenten als Sauer-, Schwefel- und Gesundbrunnen eingetragen. Laut dieser Unterlagen müsste es sich bei den wiederentdeckten Quellen um den Sauerbrunnen und im den Gesundbrunnen handeln.

"Als ich das Anwesen 2014 kaufte, wusste ich von der bedeutenden Geschichte des Ortes nichts", räumte Michael Weidensdorfer ein. Gespräche mit Einheimischen weckten sein Interesse und er begann zu recherchieren. Vor einigen Wochen stieß er im Sächsischen Staatsarchiv auf eine Niederschrift von August Kießling aus dem Jahre 1881. Dort fand er den entscheidenden Hinweis.

Wie geht es mit den Brunnen weiter?

Was nun aus diesem Fund wird, muss die Zukunft zeigen. Michael Weidensdorfer träumt davon, dass die Quellen irgendwann wieder ihrer heilenden Wirkung wegen genutzt werden. Allerdings ist es bis dahin ein ganz weiter Weg.

Zuerst muss die dritte Quelle aufgespürt werden. Dann gilt es diese zu reinigen und das Wasser prüfen zu lassen. Aus der Sicht des Gastwirts ist das eine Chance, die Seiffen wieder Kurgäste einbringen könnte. Das würde direkt an eine Jahrhunderte lange Tradition anknüpfen, die seit 80 Jahren brach liegt.

1550: Erste Erwähnung

Die erste Erwähnung der Quellen steht in einer Niederschrift des Alchimisten Leonhardt Thurneißer zu Thurn. Sie stammt aus der Zeit um 1550. 1753 stand hier das erste Badehaus. Erst um 1920 sank die Nachfrage nach den Quellen.

Nach dem Krieg waren hier zuerst Kriegsflüchtlinge untergebracht. Später diente es als FDGB-Erholungsheim und Heim für Asylbewerber nach der Wende. Erst 1998/99 erfolgte der Umbau zum Waldgasthof.