Erster Schritt zur Integration

Bildung Agentur richtet Sprachkurse ein

Der aktuelle Zustrom von Flüchtlingen erfordert auch im Erzgebirgskreis schnelles Handeln. Bis Jahresende sollen demnach mindestens 3.500 Asylbewerber im Erzgebirge ankommen, unter ihnen auch 150 bis 180 unbegleitete minderjährige Jugendliche.

Mit einer Gesetzesnovelle im Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz wurden jetzt die Voraussetzungen geschaffen, Sprachkurse für Asylbewerber - die mit hoher Wahrscheinlichkeit in Deutschland bleiben können - einzurichten. Ausgenommen sind aktuell Menschen aus sicheren Herkunftsstaaten. Damit kann auch die Arbeitsagentur ab sofort achtwöchige Deutsch-Kurse fördern, vorausgesetzt die Kurse beginnen bis zum 31. Dezember.

"Wir sind dazu bereits mit Bildungsträgern und Volkshochschulen im engen Austausch und stimmen uns aktuell auch mit Vereinen und Ehrenamtlichen ab, um schnell und unbürokratisch zu helfen", sagt Agenturchef, Siegfried Bäumler. Er betont: "Schnelle erste Sprachförderung und Wertevermittlung sind die Schlüssel zu beruflicher Integration und gesellschaftlicher Teilhabe. Ich sehe im Erlernen unserer Sprache den ersten Schritt zur Integration. Der zweite Schritt ist die Feststellung der vorhandenen Qualifikationen. Hier müssen wir schauen, wer von den Ankommenden das Potenzial für eine Ausbildung mitbringt und wer gegebenenfalls schon über einen verwertbaren Berufsabschluss verfügt", so der Agentur-Chef. Er bekräftigt, dass kein Erzgebirger um seinen Arbeitsplatz bangen muss. "Wir haben über 2.000 offene Stellen, die dringend besetzt werden müssen. Auch auf dem Ausbildungsmarkt werden wir den hohen Bedarf der Wirtschaft nicht mit einheimischen Arbeitskräften allein befriedigen können. Hier hoffen wir in einer bestimmten Zahl auch auf die Zuwanderung potentieller neuer Fachkräfte aus dem Ausland".