Erzgebirge Aue verschenkt Sieg in Überzahl

Gedrückte Stimmung nach Remis gegen den FC Ingolstadt im Lößnitztal

Aue

Das Stadion wirkte leer, nur 5710 Fans kamen am 2. Advent zur Abendpartie unter Flutlicht ins Erzgebirgsstadion. Darunter waren geschätzte 200 aus Ingolstadt. Sehr schnell ruhig war es auch nach dem Abpfiff. Der FC Erzgebirge Aue verschenkte trotz Überzahl einen Sieg in der Nachspielzeit. Die Partie endete 2:2 (0:1).

Die Situation für die Gastgeber bleibt damit sehr schwierig. In den zurückliegenden acht Spielen konnten die Veilchen nur einen einzigen Sieg feiern. Zudem punktete zum Teil die Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt. So auch Ex-Veilchen-Coach Pavel Dotchev, der den SSV Ulm aus der Gefahrenzone holen soll. Dotchev hatte auf den Tag genau vor drei Jahren wieder in Aue angeheuert und wurde vor einem Jahr und einer Woche im Lößnitztal beurlaubt. Jetzt ist Dotchev als Ulmer Trainer einer der Gegner im Kampf um den Klassenerhalt.

 

Emotionale Worte des Stadionsprechers

Durchhalteparolen hatte diesmal schon vorm Anpfiff Stadionsprecher Mario Dörfler auf Lager. Seit zehn Jahre stehe er bereits auf diesem Rasen, sagte er. Und noch nie sei es ihm so schwergefallen, wie diesmal. Doch egal wie schwierig die Situation sei, den Stolz werde man nicht verlieren.

Verloren hatte allerdings Jens Härtel - zumindest für dieses Spiel - seine wichtige Achse. In der Offensive musste er auf Stürmer Marcel Bär, im Tor auf Routinier Martin Männel. Der Kapitän war genauso wie Bär gesundheitlich angeschlagen, aber trotzdem bei diesem wichtigen Spiel im Stadion. Gemeinsam mit der Startelf präsentierte er vorm Anstoß ein Banner. Auf diesem war in weißen Buchstaben auf Veilchengrund zu lesen: "Eine Familie - ein Verein. Wir sind Wismut Aue." Die Westtribüne quittierte dieses mit Beifall.

 

Vier Veränderungen in der Startelf

Insgesamt nahm Cheftrainer Härtel vier Veränderungen in der Startelf vor. Louis Sascha Lord, Anthony Barylla, Ricky Bornschein und Marvin Stefaniak kamen für Männel, Fallmann, Günther-Schmidt und Uhlmann.

In der ersten Viertelstunde war es ein eher ruhiges Abtasten auf beiden Seiten. In der 13. Minute gab es seitens des FC Erzgebirge Aue den ersten richtigen Abschluss. Baryllas Schuss über rechts stellte aber nicht wirklich eine Gefahr dar. Auch in der 20. Minuten sah es für den FCE nicht schlecht aus. Barylla versuchte es mit einer Flanke in die Mitte. Diese aber war viel zu hoch, Stefaniak zu langsam und so rutschte er auf dem Bauch über den Rasen. Witzig anzusehen, den Ball aber berührte er nicht. Die Stimmung im Stadion war hitzig. Jede Entscheidung des Schiedsrichters gegen Aue wurde von den Rängen lautstark und mit Pfiffen kommentiert.

 

Ingolstadt geht in Führung

Das Mittelfeld war oft zugestellt, so dass die Mannschaften versuchten, ihre Spitzen mit langen Bällen in Szene zu setzen. Dies gelang aber überhaupt nicht. Die besten Chancen entwickelten sich nach Standardsituationen. In der 30. Minute waren es aber die Gäste, die durch Fredrik Carlsen in Führung gingen. Vorausgegangen war ein Freistoß der Ingolstädter, der gefährlich in den 16er der Veilchen kam. Das Härtel-Team bekam den Ball nicht unter Kontrolle. Carlsen reagierte schnell und brachte den Ball ins Tor. Nur zwei Minuten später erlebte das Team von Sabrina Wittmann einen argen Dämpfer. Julian Kügel brachte Ryan Malon mit gestrecktem Bein zu Fall. Schiedsrichter Simon Schreiner fackelte nicht lang und schickte Kügel in die Kabine.

 

Kein Aufbäumen bis zur Pause

Wer mit einem Aufbäumen der Veilchen gerechnet hatte, der wurde bis zum Pausenpfiff bitter enttäuscht. Aue blieb weit hinter den Erwartungen. Einzig Ricky Bornschein kreierte in der 45. Minute noch eine echte Chance. Die meisten Bälle blieben weit vorm Tor in der Ingolstädter Abwehr hängen. Einzelne Pfiffe begleiteten die Gastgeber in die Kabine.

 

Schneller Ausgleich nach Wiederanpfiff

Vier Minuten nach dem Wiederanpfiff stand das Stadion Kopf. Erneut ein Angriff über rechts und über Barylla. Marvin Stefaniak donnerte aus zentraler Position den Ball unter die Latte. Ausgleich! Durch diesen gewann das Auer Spiel zunächst ein bisschen Sicherheit. Vorm Ingolstädter Tor wurde es mehrfach brenzlig.

In der 70. Minute hätte Ingolstadt fast den Führungstreffer erzielt, doch Lord war zur Stelle, donnerte aber mit dem Kopf gegen den Pfosten. Dieser gelang dann aber doch noch den Gastgebern. Jonah Fabisch sorgte in der 79. Minute für einen kollektiven Freudentaumel. Kurz danach erneute Schrecksekunde aus Auer Sicht. Erneut aber war Lord zur Stelle und schnippte mit den Handschuhspitzen den Ball übers Tor. Die daraus resultierende Ecke war unproblematisch.

 

Drama in der Nachspielzeit

Als Ingolstadt in der ersten Minute der sechsminütigen Nachspielzeit durch Jonas Scholz den neuerlichen Ausgleich erzielte, schwappten die Emotionen im Stadion über. Ingolstadt feierte in Richtung der Auer Westtribüne. Zahlreiche Bierbecher flogen, einzelne Fans versuchten über den Zaun zu klettern, die Ordner sorgten schnell für Ruhe. Ingolstadt drückte von da an sogar noch mehr auf die Tube, versuchte den Siegtreffer. Es blieb aber beim 2:2.

 

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