Erzgebirge ist der Startpunkt einer verrückten Rallye für alte Fahrzeuge

Beim Pothole Rodeo Germany müssen 170 Teams an die 2500 Kilometer binnen vier Tagen meistern

Zschopau

Weil österreichischen Studenten während der Semesterferien langweilig war, begaben sie sich in vier Autos spontan auf eine abenteuerliche Reise. Dies war 2014 die Geburt des Pothole Rodeos, aus dem inzwischen ein großes Projekt von internationalem Format geworden ist.

In mehreren Ländern werden vom Back Road Club Rallyes organisiert. „Inzwischen sogar auch für Mopeds und Boote“, erklärt Timmy Müller, der selbst aber lieber auf vier Rädern unterwegs ist. Der 32-Jährige aus Hessen war dreimal Teilnehmer eines Pothole Rodeos – und ist inzwischen Teil der Crew, die die Veranstaltungen organisiert und betreut.

Über die Ostsee gen Alpen

Diese Woche war Müller mit seinen Kollegen in Zschopau anzutreffen, denn das Pothole Rodeo Germany begann diesmal am ehemaligen MZ-Werk. Von dort aus sind in fünf Tagen an die 2500 Kilometer zu meistern, die bis hinauf zur Insel Rügen und dann in Richtung Alpen nach Österreich führen.

Die genaue Route und die Art der Übernachtung – die meisten haben Zelte dabei – wählen die Teilnehmer selbst. Verpflichtend ist nur, alle Kontrollpunkte entlang der Strecke anzufahren. „Von der Herausforderung her ist das die leichteste Tour“, erklärt Timmy Müller.

Pannen sind vorprogrammiert

Gerade erst ist er vom Celtic-Rodeo aus Großbritannien zurückgekehrt. Genauso gibt es aber auch Rallyes in Marokko, im Balkangebiet oder bald auch die Polar-Version in Skandinavien.

Deutlich kürzer ist das Pothole Rodeo Germany, weshalb bei dieser Tour viele Einsteiger dabei sind, die sich zum ersten Mal einer solchen Herausforderung stellen. „Es geht um das Abenteuer und vor allem um die Gemeinschaft“, erklärt Müller: „Viele mögen es, gemeinsam zu schrauben.“ Pannen sind beim Pothole Rodeo fast schon vorprogrammiert. Nicht nur wegen der Schlaglöcher – auf Englisch: Pothole – auf den abgelegenen Straßen, die gefahren werden.

Ausschlaggebend ist auch die alte Technik. Die Fahrzeuge der Teilnehmer sollten mindestens 500.000 Kilometer auf dem Tacho haben und maximal 1000 Eurok gekostet haben. So wird die Rallye zu einem echten Abenteuer.

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