Erzgebirger baut Bergwerke nach

Tradition Figuren verdeutlichen schwere Arbeit unter und über Tage

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Thomas Gründig baut Bergwerke nach. Als Vorbild dienen ihm Zeichnungen und Darstellungen von Georgius Agricola. Foto: Jan Görner

Pobershau. Thomas Gründig ist Erzgebirger durch und durch. Er liebt die Natur und die Landschaft seiner Heimatregion. Aufwachsen in einem Zechenhaus im Hinteren Grund hat er sich als Kind schon für den Bergbau interessiert und viel darüber in Erfahrung gebracht. Heute verdeutlicht er die schwere Arbeit der Bergleute über und unter Tage in Buckelbergwerken und Schwibbögen. Jedes Erzeugnis ist ein Unikat und ein wahres Kunstwerk.

Erst kürzlich hat er wieder einen Schwibbogen vollendet. Darauf stellen in erster Linie acht bewegliche Figuren den Arbeitsalltag der Bergleute dar. Ein schlegelnder Hauer, ein Haspelknecht, der Bergschmied und ein Hüttenarbeiter sowie andere Berufe aus der Welt des Bergbaus sind dabei in ihren typischen Tätigkeiten verwirklicht. Drähte für die Beleuchtung oder die Mechanik sind allesamt unsichtbar versteckt.

In Bewegung versetzt werden die Figuren über sogenannte Kampradgetriebe. Sie sind schon in den Zeichnungen Agricolas zu finden, die Thomas Gründig als Vorlagen für seine Arbeit verwendet. Kampräder sind die Vorläufer der heutigen Zahnräder. Allerdings greifen dort nicht Zähne, sondern Holznocken in einander. Sie sind typisch für den Bergbau, wie er im Erzgebirge zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert ansässig war. Auch die Häuser entsprechen dem typisch erzgebirgischen Stil. Sie sind niedrig, mit Satteldächern versehen, die wiederum mit Holzschindeln gedeckt sind. "Für mich ist das ein Teil unserer erzgebirgischen Identität. Deshalb freue ich mich immer wieder, wenn sich dafür jemand interessiert", so Thomas Gründig.