Erzgebirgische Tradition in der Kirche

Adventssingen Bockauer Schnitzer halten die Ortspyramide in Schuss

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bockau ist einer der Mittelpunkte im Ort. Dort gibt es regelmäßig Gottesdienste, natürlich auch zu besonderen Anlässen, wie der Kirmes oder dem Weihnachtsfest. Wie jedes Jahr wird es ein Adventssingen geben. Die Bockauer Pyramide hat eine bewegte Geschichte, wie Yves Reißig von der Schnitzgruppe Bockau erklärt: "Die Pyramide wurde vor zwei Jahren restauriert. Die Arbeiten haben hauptsächlich Schnitzer aus Bockauer erledigt." Doch ursprünglich gab es lediglich ein kleines 1:10-Modell. Im Jahr 1993 wurde das auf die Beine gestellt und dann innerhalb von einem Dreivierteljahr ist die Pyramide gebaut wurden", so Reißig: "Das war Wahnsinn. Es war im Land Sachsen glaube ich die erste Pyramide überhaupt, die auf dem Dorf-Bach stand und als erste fünfeckig war." Heute steht die Pyramide auf festen Füßen im Ort. Dadurch, dass die Pyramide jetzt seit über 20 Jahren existiert, habe sich das Zeremoniell des Anschiebens fest etabliert. In Bockau wird nur an einem Nachmittag gefeiert schon allein wegen der Verkehrssituation. Das Besondere zur Weihnachtszeit in Bockau sei die Tradition. Die verpflichtet, sagt Reißig.

Das gehört einfach zu jeden Ort dazu. Die Pyramide und auch der Schwibbogen, der schon zu DDR-Zeiten errichtet wurde, sind Wahrzeichen von Bockau. Gerade wenn es schneit, laufe man gern daran vorbei. Genauso wichtig seien für Erzgebirgler die christlichen Traditionen, wie die Christmetten. Die Bockauer Ortspyramide ist vollbestückt mit Figuren. Auf dem untersten Teller der Pyramide stellen die Bockauer Christi-Geburt dar mit Maria, Josef, Kind und den heiligen drei Königen. In der mittleren Etage sind es die Bockauer Originale, die man zeigt. Die Bockauer Schnitze kümmern sich um die Figuren. Da werden Risse ausgeglichen und Farbe erneuert, wenn es von Nöten ist. Erst letztes Jahr haben die Figuren eine Frischekur erhalten. Das ist wichtig für den Erhalt, schließlich will man noch viele Jahre Freude an den Figuren haben. Immer zur Adventszeit weckt man sie aus dem Sommerschlaf und bereitet sie vor für ihren Einsatz auf der Ortspyramide. Dort stehen sie dann über die Advents- und Weihnachtszeit, bevor sie im Januar wieder abgebaut werden.

Die Bockauer Schnitzer nehmen ihre Aufgabe sehe ernst und kümmern sich geradezu liebevoll um die Figuren. Die danken es und erstrahlen auf der Pyramide in vollster Schönheit zur Freude derer, die an der Ortspyramide vorbeikommen.