Erzgebirgsensemble produziert neue Titel

Appell Künstler müssen bezahlt werden - Spezielle Version eines erzgebirgischen Volkslieds aufgenommen

Aue. 

Aue. Zu den Branchen, die es am heftigsten erwischt hat, gehört der Kreativbereich. Vor allem Künstler, Musiker und Moderatoren werden vermutlich noch lange Zeit auf eine normale Auftragslage warten müssen. Davon betroffen sind natürlich auch renommierte und bekannte Gruppen wie das Erzgebirgsensemble Aue. Leiter Steffen Kindt weiß ganz genau, dass viele seiner Fans und Anhänger allein durch ihr Alter zur Risikogruppe gehören. Daher ist es auch nicht möglich, die Gala der erzgebirgischen Originale, wie geplant im Juni über die Bühne des Kulturhauses in Aue gehen zu lassen. "Diese sollte eigentlich Marianne Martin gewidmet sein", sagt der Ensembleleiter. Martin feierte in diesen Tagen ihren 85. Geburtstag. Der Mundartsprecherin, die vor allem durch die MDR-Fernsehsendung "So klingt's bei uns im Arzgebirg" bekannt ist, wollte Kindt den roten Teppich ausrollen. Aufgrund der Corona-Pandemie wird das nun nicht möglich sein.

Doch Steffen Kindt ist einer, der vehement darum kämpft, dass Künstler auch weiterhin bezahlt werden. Deshalb sieht er die vielen Online-Angebote von Musikern bei youtube oder facebook mit gemischten Gefühlen. "Es ist eine Möglichkeit, etwas zu tun. Aber davon leben kann man nicht", mahnt Steffen Kindt.

Einen kleinen Spaß hat sich das Erzgebirgsensemble Aue trotzdem gemacht und eine Corona-Variante des bekannten Liedes "Ruck mer ner zam" geschrieben und online veröffentlicht. "Allerdings ist das Internet auch nicht das Medium, was unsere Fans nutzen", weiß Kindt. Da aktuell unklar ist, wie sich die Corona-Pandemie in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt, sei es wichtig nach neuen Möglichkeiten Ausschau zu halten. Das Ensemble war in dieser schwierigen Zeit trotzdem nicht untätig. Steffen Kindt hat für die Advents- und Weihnachtszeit neue Titel produziert.