Es geht um Leben und Tod: Wehrleiter sieht Politik am Zug

Feuerwehr Sächsischer Ministerpräsident informiert sich über Personalnot in Wolkenstein

Wolkenstein. 

Wolkenstein. Als Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kürzlich Wolkenstein besuchte, war dies vor allem für Christian Zießler eine gute Gelegenheit, um auf ein großes Problem im Ort aufmerksam zu machen. Nicht umsonst wurde der prominente Besuch im Wolkensteiner Feuerwehrdepot empfangen, denn dort herrscht seit Monaten Krisenstimmung. "Die Ortswehr Wolkenstein ist nicht mehr handlungsfähig", erklärte Zießler, der seit genau 20 Jahren als Wehrleiter fungiert. "Es war eine sehr wechselhafte Zeit", blickt der Verantwortliche zurück. Gute Zeiten hat er ebenso erlebt wie schlechte. Doch so schwierig wie jetzt war die Lage noch nie.

Hilferuf vor Weihnachten blieb unerhört

"In den vergangenen zwei Jahren haben wir viel Personal eingebüßt", erläutert der Wehrleiter die jüngste Entwicklung. Einige ehemalige Kameraden sind weggezogen, andere stehen berufsbedingt nicht mehr dauerhaft zur Verfügung. Ein Hilferuf kurz vor Weihnachten brachte keinen Erfolg. Trotz vieler Briefe und Aufrufe im Amtsblatt blieb die erhoffte Resonanz aus. Inzwischen ist der personelle Notstand so groß, dass die Alarm-Ausrückeordnung geändert werden musste.

Politik soll Ehrenamt wieder attraktiver gestalten

Auch bei vermeintlich kleineren Einsätzen rücken nun auch weitere Wehren aus der Umgebung aus. "Wenn es um Leben und Tod geht, kann man Entscheidungen nicht erst vor Ort treffen", betont Christian Zießler. Da sich die Gesellschaft und deren Werte verändert hätten, sieht der Wehrleiter die Politik am Zug. Die Regierung sei gefragt, um Strukturen zu ändern und das Ehrenamt für Bürger wieder attraktiver zu machen.