Fachkräftemangel im Erzgebirge: Arztpraxen suchen verzweifelt nach Personal

Ohne Bewerber drohen Einschränkungen im Praxisbetrieb

Marienberg

Der Fachkräftemangel ist längst kein abstraktes Thema mehr. Er trifft zunehmend auch die medizinische Versorgung vor Ort. So beklagen Facharztpraxen in Marienberg und Umgebung aktuell große Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Bestes Beispiel dafür ist jene von Dr. med. Hans-Hendrik Knäbchen, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie. Er ist seit 1998 mit seiner Praxis in der Poststraße ansässig.

 

Sechsköpfiges Team voller Engagement

Aktuell kümmern er und sein sechsköpfiges Team sich engagiert um die Patientinnen und Patienten. Doch mit einer Mitarbeiterin, die bald Nachwuchs erwartet, steht die Praxis vor einer großen Herausforderung. Die Suche nach einer medizinischen Fachangestellten gestaltet sich seit Monaten als regelrechte Odyssee. "Bewerbungen flattern zwar ein, doch oft bleibt es dabei", berichtet Dr. Knäbchen. "Interessenten sagen kurzfristig ab, Vorstellungsgespräche werden nicht wahrgenommen, und Probetage bleiben unbesucht."

 

Dringender Bedarf

Dabei ist der dringende Bedarf klar definiert. Gesucht wird eine medizinische Fachangestellte für die Rezeption, die Termine vereinbart, Patienten aufnimmt und bei Untersuchungen wie EKG, Langzeit-EKG, Belastungs-EKG, Endoskopien u.ä. assistiert. Ohne diese Verstärkung drohen spürbare Einschränkungen im Praxisalltag.

Wir müssten unsere Sprechzeiten deutlich verkürzen

"Wir müssten unsere Sprechzeiten deutlich verkürzen, da das bestehende Team die Mehrbelastung nicht dauerhaft stemmen kann", befürchtet der Mediziner.

Problematik ist kein Einzelfall

Diese Problematik ist in der Region kein Einzelfall. "Viele meiner Kolleginnen und Kollegen stehen vor den gleichen Schwierigkeiten. Die zentrale Frage bleibt jedoch, wie lange wir mit unseren Praxen diesen Zustand noch aufrechterhalten können, ohne die Qualität der Versorgung einzubüßen? Schließlich soll doch das Wohl unserer Patientinnen und Patienten weiterhin im Mittelpunkt stehen", gibt der Arzt schlussendlich zu bedenken.

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