FCE-Entschuldigung folgt leichte Zuversicht

Fußball Wogen glätten sich nach Vorwürfen im Lößnitztal nur langsam

Es war die Aussage von Karsten Baumann, Trainer von Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue, dass die medizinische Abteilung unprofessionell arbeite, die eine Lawine ausgelöst hat. Denn Baumann griff damit nicht nur Mannschaftsarzt Seltmann an, sondern auch das Helios-Klinikum Aue, mit dem es einen Kooperationsvertrag gibt. Eine ganze Woche lang wurde im Lößnitztal scheinbar über nichts anderes gesprochen. Bereits das Montagsspiel beim aufstiegsambitionierten 1. FC Kaiserslautern, das die Veilchen 4:1 verloren, mussten die Erzgebirger ohne Torsten Seltmann absolvieren. Dieser hatte sich gegen die Vorwürfe gewehrt und bereits am Sonntag seinen Vertrag gekündigt. "Solange Karsten Baumann Trainer ist, gibt es für mich kein Zurück mehr", sagte Seltmann in Interviews. In besagter Partie auf dem Betzenberg in Kaiserslautern wäre im Notfall der Teamarzt des Gastgebers eingesprungen.

Trotz der lauten Nebengeräusche musste sich das Team auf das wichtige Freitagabendspiel gegen Tabellenführer Eintracht Braunschweig vorbereiten (Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest). Keine leichte Aufgabe, weiß auch Sportdirektor Steffen Heidrich, der aber der Mannschaft ein gutes Zeugnis für die Disziplin ausstellte.

Doch zurück zur medizinischen Abteilung: Am Freitagabend saß Gunter Leichsenring auf der Bank, der ebenfalls seit vielen Jahren Mannschaftsarzt der Veilchen ist. Hauptberuflich leitet er als Oberarzt die Frauenklinik im DRK-Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein. "Ihn als Notvariante zu bezeichnen, wäre völlig falsch", so Steffen Heidrich in einer Pressekonferenz Mitte der Woche. In einer gemeinsamen Erklärung entschuldigte sich die Vereinsführung des FC Erzgebirge Aue einen Tag später für die öffentlich gewordene Kritik am Ärzteteam der Helios-Klinik. Der ärztliche Direktor des Hauses, Matthias Fischer, bezeichnete die erhobenen Vorwürfe als haltlos und medizinisch nicht vertretbar: "Wir stehen voll und ganz hinter Torsten Seltmann." Das Klinikum und der FC Erzgebirge Aue werden ihre Zusammenarbeit fortsetzen. Wie diese Zusammenarbeit künftig gestaltet wird, stehe noch nicht genau fest.