Feiern im Schmuckkästchen

Serie Bei Tobias Horn von den "Krippelkiefern" treffen Traditionen aufeinander

Der BLICK nimmt sie in loser Folge mit in die guten Stuben bekannter Erzgebirger. Wir wollen wissen, wie bei ihnen Traditionen gepflegt werden. Weihnachten bei Tobias Horn von "De Krippelkiefern" ist Weihnachten im Schmuckkästchen. Seine Frau Romy ist der gute Geist des Hauses, der in mühevoller Kleinarbeit und mit Liebe zum Detail für die Weihnachtsdekoration zuständig ist. "Bei uns hat nichts einen festen Platz. Meine Frau stellt entsprechend ihrer emotionalen Stimmung die Sachen ins Regal." Dabei steht ihre Weihnachtsdekoration sogar immer unter einem bestimmten Motto. "In diesem Jahr ist es unübersehbar rot-grün", sagt Romy Horn und fügt lächelnd hinzu: "Ich habe extra neue Kugeln für den Weihnachtsbaum gekauft." Dieser allerdings werde erst am Heiligabend oder zumindest frühestens am Vorabend des großen Tages aufgebaut. Bei Horns trafen einst vogtländische und erzgebirgische Traditionen aufeinander. "Es ist wirklich eine Mischung." So zeigt sich am pünktlichen Essen 18 Uhr - gemeinsam mit den Schwiegereltern - der typische Einfluss des Erzgebirges, den Ehefrau Romy mit in die Beziehung brachte. "Das traditionelle Neinerlaa gibt es nicht, aber wir essen herzhaft toll", so der Musiker. "Es gibt einmal Wild und einmal Kaninchen oder Geflügel", lässt Horn, der eigentlich aus dem vogtländischen Lengenfeld kommt, einen Blick in den Kochtopf zu. "Meine Mutter stammt aus Ostpreußen, mein Vater ist Ungar", verweist er auf unterschiedliche kulturelle Einflüsse. Da Tobias Horn Katholik ist, gehört am Heiligabend der Besuch der Kirche in Wildenau dazu. "Zu später Stunde kommen dann auch noch Freunde vorbei, um mit uns ein bisschen zusammenzuhocken. Das ist für uns recht neu, früher war Weihnachten ein reines Familienfest." Am 1. Feiertag werde alles dem jährlichen Krippelkiefern-Auftritt im Kulturhaus Aktivist in Bad Schlema untergeordnet.