Feuerwehrunglück in Rothenthal: Kamerad aus dem Koma erwacht

Brand Bei Löscharbeiten kam es zu einem Zwischenfall

Foto: Bernd März  Foto: Bernd März

Rothenthal. Bei einem Feuerwehreinsatz wegen eines Schwelbrands in einem Spänebunker in Rothenthal sind dutzende Kameraden verletzt worden. Gegen 6.30 Uhr wurden am Dienstagmorgen unter anderem die Feuerwehren aus Niederneuschönberg und Olbernhau zu einer Drechslerei nach Rothenthal auf die Talstraße gerufen. Es handelte sich um eine aufwendigen Einsatz, da über 30 Kubikmeter Späne aus dem Bunker ausgeräumt und abgelöscht werden mussten.

Gegen 10.30 Uhr kam es dann zu dem Zwischenfall. Vermutlich entstand bei der Verbrennung Kohlenmonoxid, welches sich wie eine Glocke über die Einsatzstelle nieder setze. Einige Kameraden wurden bewusstlos, andere klagten über Beschwerden. Ein Kamerad musste reanimiert werden, ein weiterer ist ebenfalls in einem kritischen Zustand. Neben mehreren Notärzten sind auch dutzende Rettungswagen und drei Rettungshubschrauber aus Thüringen, Bautzen und Zwickau zur Einsatzstelle gerufen wurden. Die Kameraden stehen unter Schock.

UPDATE (09. Oktober)

Insgesamt wurden 47 Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei vor Ort untersucht und medizinisch betreut. Die Löscharbeiten dauern derzeit noch an (16 Uhr). Erst danach ist es der Polizei möglich, den Brandort zu untersuchen. Nach ersten Informationen kam es bereits gestern, vermutliche nach einem technischen Defekt, zu einem Brand im Spänebunker, der durch die Sprinkleranlage gelöscht wurde. Heute kam es dann bei der Wiederinbetriebnahme erneut zum Brand. Nun werden auch die Abteilung Arbeitsschutz der Landesdirektion Sachsen für die Ermittlungen hinzugezogen.

UPDATE (10. Oktober)

Wie am Mittwochnachmittag bekannt wurde, geht es den bei dem Einsatz verletzten Kameraden mittlerweile wieder besser. Das teilten der Olbernhauer Stadtwehrleiter Steffen Kliem und sein Niederneuschönberger Kollege Udo Müller mit. Einer der Kameraden, der im Zschopauer Krankenhaus untergebracht war, konnte bereits wieder entlassen werden. Er war heute sogar wieder mit der Olbernhauer Feuerwehr im Einsatz. Auch die anderen Feuerwehrmänner befinden sich auf dem Weg der Besserung.

Die Verantwortlichen bedankten sich außerdem bei allen, die Anteil an dem Unglück nahmen. Ein besonderer Dank ging auch an die Ärzte, Rettungsdienstler und anderen medizinischen Helfern, die so schnell zur Stelle waren und helfen konnten. Zu den Ursachen der Kohlenmonoxid-Wolke wird weiter ermittelt.

UPDATE (11. Oktober)

Aufatmen nach dem schweren Atemschutzunfall in Rothenthal in einer Drechslerei. Alle schwerverletzten Kameraden befinden sich nicht mehr in Lebensgefahr, einige von ihnen konnten die Krankenhäuser wieder verlassen. Auch dem Kameraden, der am schwersten verletzt war, geht es deutlich besser. Wie Paul Schaarschmidt auf der Kreisfeuerwehrverbandsseite Erzgebirge schreibt: "So konnte ich am Abend des 10.10.18, also einen Tag nach den tragischen Ereignissen, mit dem am Schwerstverletzten Kameraden bereits wieder im Messenger Nachrichten schreiben. Am 9.10.18 gegen 10.40 Uhr bewusstlos zusammen gebrochen, mit dem RTH nach Halle geflogen, im Koma gelegen bis zum Morgen des 10.10.18, zweimal in der Druckkammer behandelt werden müssen und am Abend des 10.10.18 wieder News verfassen können. Ein kleines Wunder für mich."

Darüber sind natürlich nicht nur die Kameraden froh, sondern auch die Angehörigen und der Bürgermeister. Die Löscharbeiten dauern derzeit an. Zwischenzeitlich wurden diese auf Grund von Einsturzgefahr des Spänebunkers am Dienstagabend unterbrochen. Nach Freigabe eines Statikers am Mittwochvormittag, löschen die Kameraden aus Rothenthal, Olbernhau, Kleinneuschönberg und Oberneuschönberg die Glutnester weiterhin ab. Dafür rückte Spezialtechnik an. Mit Saugtechnik werden die genässten Späne aus dem Turm herausgesaugt. Immerhin sind das bis zu 35 Kubikmeter. Die Arbeiten dauern an.