Fichtelberg: Wie geht es weiter mit der Wetterwarte?

Plan Automatisierung ist laut Zschocke nicht durchdacht

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Die Wetterwarte auf dem Fichtelberg.Foto: Ilka Ruck

Kurort Oberwiesenthal. Die Zeit für Erprobungen automatisierter Messtechnik auf dem Fichtelberg ist abgelaufen. Volkmar Zschocke, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag hat einen Fragenkatalog an die Sächsische Staatsregierung geschickt.

Sächsisches Ministerium weist Verantwortung von sich

Als Antwort in puncto geplante Vollautomatisierung der Wetterwarte weist das sächsische Umweltministerium jegliche Verantwortung für den Fortbestand der Wetterstation auf dem Fichtelberg von sich, da diese eine Einrichtung des Bundes ist.

Jedoch gibt es gemeinsame Beratungen mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD). Diese dienen dem Erfahrungsaustausch sowie auch Diskussionen in nationalen Fachgremien zur Neuausrichtung - sprich Vollautomatisierung des DWD-Messnetzes. Im Vordergrund dieser Beratungen stünden aber sehr wohl die Verfügbarkeit langer Messreihen für die Klimaanalyse.

Zschocke: "Plan ist nicht durchdacht"

Danach wird der DWD nicht müde zu betonen, dass mit der Umstellung auf rein automatische Messungen die Qualität der klimatologischen Messreihen erhalten bleibt. "Allerdings räumt auch die Sächsische Staatsregierung ein, dass für die gesamte Problematik zur genauen Erfassung der Schneehöhen und Schneemengen aktuell noch weiterer Untersuchungsbedarf besteht und da ganz offensichtlich noch keine befriedigenden Lösungen gefunden wurden. Ferner gesteht das Umweltministerium zu, dass nur Zehn-Jahreszeiträume klimatischer Betrachtungen, die der DWD als ausreichend erachtet, für die Klimaforschung als Referenzperioden nicht geeignet sind", betont Volkmar Zschocke.

Er erklärt weiter: "Das alles zeigt uns, dass der ganze Plan des DWD zur Vollautomatisierung nicht durchdacht ist und die bisherige, solide Klimadaten-Erfassung, auf die wir in Zukunft nötiger denn je angewiesen sind, aufs Spiel gesetzt wird. Die Sächsische Staatsregierung ist daher gut beraten, sich nicht vom DWD beschwichtigen zu lassen und auf dessen Technikgläubigkeit zu vertrauen, eben weil die Wetterwarte auf dem Fichtelberg auch für den Freistaat eine große Bedeutung hat."