Fluglehrer aus Grünhain-Beierfeld stellt eigene Fluggeräte her

Berufe Gunar Barthels betreibt eine Flugschule und stellt Fluggeräte selber her

Grünhain-Beierfeld. 

Grünhain-Beierfeld. Gunar Barthel betreibt seit 1997 seine Flugschule in Grünhain-Beierfeld. Sie ist die einzige im Erzgebirge, die Motorschirmfliegen, Motorschirmtrikefliegen, Drachentrikefliegen oder Gyrocopter anbietet. Pro Jahr beginnen fünf bis 15 Flugschüler mit der Ausbildung. "Sie dauert zwei Jahre, jeder Flugschüler muss zwischen 40 und 80 Flugstunden absolvieren", erzählt der 45-Jährige. Je nach Ausbildung liegt der Preis zwischen 2000 und 8000 Euro. Die Flugschüler werden auf zugelassenen Flugplätzen, meistens in Jahnsdorf, ausgebildet.

Barthel lebt seinen Traum

Schon früh in seinem Leben entdeckte er seine Begeisterung für das Fliegen. Während seiner Schulzeit baute er bereits Flugmodelle in einer der damals wenigen Arbeitsgemeinschaften. "Fliegen ist der älteste Menschheitstraum, das Thema hat mich schon immer extrem interessiert", erinnert er sich.

Später meldete er sich für einen Gleitschirmflugkurs in den bayrischen Alpen an. Um im Rahmen dessen über ein ganzes Jahr verteilt 40 Flugstunden zu absolvieren, musste er zehnmal nach Bayern fahren. "Als ich fertig war, hatte ich einen Gleitflugschein und wollte vom Fichtel-, Keil- und Pöhlberg selbst fliegen", erzählt er. Aufgrund der geringen Höhe der Berge lagen die Flugzeiten bei maximal fünf Minuten. Allerdings wollte er gerne länger in der Luft bleiben. Als Antrieb wurden damals Rucksäcke mit Propellerantrieb genutzt. Gunar Barthel entwickelte die Idee weiter und baute daraufhin in rund drei Jahren ein Motorschirmtrike.

Allerdings hatte er auch mit vielen Rückschlägen zu kämpfen, etwa weil das Gewicht oder das Zusammenspiel von Getriebe und Motor nicht richtig passte. "Ich steckte mein ganzes Geld in die Entwicklung und verzichtete auf Urlaube und alles andere", berichtet Gunar Barthel.

Heute besitzt Gunar Barthel eine eigene Werkstatt, in der er selbst Fluggeräte baut und repariert. "Für ein Exemplar brauche ich mindestens 100 Arbeitsstunden. Die Preise dafür starten bei 5000 Euro", sagt er. Da die Nachfrage stetig steigt, versucht er seit zwei Jahren, einen ausgebildeten Fluggerätemechaniker von den Philippinen nach Deutschland zu holen, den er bei Auslandsaufträgen kennenlernte. "Bisher hat es nicht geklappt, da die Behörden uns immer neue Steine in den Weg legen".

Alround-Profi gewann mehrere Meisterschaften

Nachdem er eine Fluglehrerausbildung und die ersten Flugstunden gab, erwarb er im Laufe der Jahre weitere verschiedene Fluglizenzen. Daneben nahm er auch an Wettkämpfen teil und gewann sogar mehrmals die Deutsche, die Europa- und die Weltmeisterschaft. Weil sich Mentalität, Zusammenhalt und Kameradschaft im Laufe der Jahre allerdings zum Negativen veränderten, bestritt er 2010 seinen letzten Wettkampf. Er sagt: "Bis dato hatte ich alles gewonnen und brauchte mir nichts mehr beweisen".