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Forchheimer Familie restaurierte 400 Jahre altes Wohnstallhaus

Historie Hier atmet jeder Balken Geschichte

Forchheim. 

Forchheim. Alte Fachwerkhäuser strahlen außergewöhnliches Flair aus. Solche Gebäude zu restaurieren, ist wieder in Mode gekommen. Friedemann und Ines Arnold aus dem Pockau-Lengefelder Ortsteil Forchheim zählen zu jenen, die sich 2015 ein solches Fachwerkhaus, genauer gesagt ein erzgebirgisches Wohnstallhaus kauften und mit viel Mühe zum Schmuckstück herausputzten. "Wie alt es tatsächlich ist, weiß man nicht ganz genau. Vermutlich ist es aber das älteste Haus in Forchheim. Anhand der Holzaltersbestimmung konnte ermittelt werden, dass das verwendete Bauholz um 1595 geschlagen wurde", so der Besitzer. Obwohl auch sein Vorbesitzer, welcher das Gebäude als Wochenendhaus nutzte, ebenfalls darauf geachtet hatte, es weitestgehend im historischen Sinne zu erhalten, machten umfangreiche Bauschäden den Arnolds größere Schwierigkeiten. Sie restaurierten es im Laufe der letzten fünf Jahre mit viel Liebe.

Das Haus bietet Ferienunterkünfte und einen Partyraum zur Miete

Wie anno dazumal kam Lehm zum Einsatz. Das Dach, das bis in die 1920er Jahre hinein sogar mit Stroh gedeckt war, erhielt handgespaltene Holzschindeln, ebenfalls nach historischem Vorbild. "Diese zu beschaffen, war eine kleine Odyssee, denn in Deutschland gibt es kaum Anbieter. Wir holten sie uns über Österreich aus der Slowakei", erzählte Friedemann Arnold. Ihr Häuschen beherbergt im Obergeschoss Ferienunterkünfte, die gern angemietet werden können. Bei der Einrichtung eröffnet sich dem Betrachter eine Symbiose aus Geschichte und heutiger Moderne. Im Erdgeschoss entstand ein gemütlicher Partyraum für Feiern jeglicher Art. Wer möchte, kann ihn gern nutzen. Vierzig Leute finden dort Platz. Beim Herrichten dieses Raumes wurden die Besitzer überrascht. Als die bisherige Decke abgerissen wurde, kam die originale Schwarzdecke zum Vorschein. Bestens erhalten, brauchte diese nur mit Eimer und Lappen gesäubert werden. Im Rahmen des Denkmaltages öffneten die Arnolds auch 2020 die Türen ihres Häuschens für Interessierte. Über 150 Gäste überzeugten sich von diesem Kleinod. Gern beantworteten die Gastgeber die zahlreichen Fragen zum Objekt.

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