Forschungsbohrung: Experten planen "minimalinvasiven Eingriff"

Projekt Geothermie-Untersuchung auf Gelände der ehemaligen Polizeischule in Wildbach

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Dr. J. Peter Gerling (li.) hat die geplante Forschungsbohrung bei der Informationsveranstaltung erklärt. Foto: R. Wendland

Wildbach. Geothermie im Granit Sachsens, so der Name eines Projektes, das die Region Schneeberg/Bad Schlema betrifft. Auf dem Gelände der ehemaligen Polizeischule im Bad Schlemaer Ortsteil Wildbach ist eine Geothermie-Forschungsbohrung geplant.

Vertreter der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover waren jetzt vor Ort in Schneeberg und Bad Schlema und haben das Projekt vorgestellt, das eigentlich nicht neu ist. Bereits 2012 gab es Fahrzeuge, die 3D-seismische Aufzeichnungen vorgenommen haben.

Man bohrt durch Wildbach hindurch

Schon damals war eine Forschungsbohrung anberaumt, die aber auf Eis gelegt wurde. Um die geplante Forschungsbohrung für ein eventuelles Wärmekraftwerk nutzen zu können, müsste man bis in eine Tiefe von 5000 Metern bohren. Jetzt will man lediglich bis auf 4000 Meter teufen und dann in die Waagerechte gehen. Bedeutet: man bohrt im Grunde durch Wildbach hindurch.

Treffen will man konkret den sogenannten Roten Kamm. Seitens der Bohrexperten heißt es: Die Wärmeentwicklung lasse sich für tiefere Schichten berechnen, um für ein eventuell industrielles Projekt die tatsächliche Teufe festlegen zu können. Man müsse nicht auf den Punkt genau dort hin bohren, wo später die Wassergewinnung stattfinden soll.

Aktuell sieht der Zeitplan so aus, dass ab 2021 auf dem Areal der ehemaligen Polizeischule gebohrt wird. Dr. J. Peter Gerling hat das Ganze anhand eines Apfels erklärt: "Wir wollen lediglich die Schale, sprich die Erdkruste ankratzen, nicht das Fruchtfleisch." Die Rede ist von einem minimalinvasiven Eingriff. Das Projekt ist mit rund 20 Millionen Euro kalkuliert.