Frauenpower im Werkzeugbau

Wirtschaft Carlsfelderin arbeitet in Grünhain als CNC-Fräserin

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Grit Gascher ist als Fräserin die einzige weibliche Mitarbeiterin in der Werkhalle der Firma Werkzeugbau Richter in Grünhain. Foto: ERZ-Foto/Georg Ulrich Dostmann

Grünhain. Unter insgesamt 23 Mitarbeitern ist Grit Gascher die einzige Frau, die in der Firma "Werkzeugbau Richter" in Grünhain in der Produktion arbeitet. "Wir haben uns erstmalig für eine Frau entschieden, da die Konkurrenz groß ist und man es schwer hat, Fachkräfte zu finden", erklärt Katja Böttcher, die kaufmännische Leiterin des Betriebs. Aus diesem Grund hat die Firma extra Veränderungen bei den sanitären Anlagen vornehmen müssen, da zuvor nur Männertoiletten in diesem Bereich existierten. Noch vor einigen Jahren gab es keine Frauen, die den Beruf überhaupt erlernen wollten.

Umschulung brachte sie in den Beruf

Nach ihrem Schulabschluss hat Grit Gascher Einzelhandelskauffrau gelernt und diesen Beruf anschließend 13 Jahre lang ausgeübt. Nachdem die Firma insolvent ging, absolvierte sie eine Umschulung zur CNC-Fachkraft. "Ich habe mich damals dazu entschieden, weil es in der Region viele Betriebe gibt, die CNC-Fräser suchen", erzählt die 43-Jährige. Die meisten der Männer in ihrer Familie waren Schlosser oder hatten mit der Metallbearbeitung zu tun. "Dadurch konnte ich hautnah miterleben, wie abwechslungsreich dieser Beruf ist", sagt die Carlsfelderin.

Mehr Frauen in dem Beruf?

Nach der Umschulung absolvierte sie in einem Unternehmen in Schönheide ein vierwöchiges Praktikum, wurde übernommen und hat anschließend drei Jahre lang dort gearbeitet. Wegen eines geplanten Umzugs bewarb sie sich schließlich auf eine offene Stelle bei der Firma "Werkzeugbau Richter". Aus persönlichen Gründen kam der Umzug nicht zustande. Dennoch nimmt die Fräserin den weiten Fahrweg gerne in Kauf, da sie bei der Firma Werkzeugbau Richter geregelte Arbeitszeiten hat.

Zur Hauptaufgabe bei ihrer neuen Stelle gehört das Programmieren und Bedienen der Fräsmaschinen. Katja Böttcher sagt: "Die Zusammenarbeit mit Grit Gascher funktioniert so gut, dass wir zukünftig offen dafür sind, weitere Frauen im Unternehmen anzustellen".



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