"Freiwillig wär ich nie dorthin"

Geschichte Zehntklässler erlebten eine zweitägige Exkursion

Erstmals wurde für 32 Schülerinnen und Schüler beider Abschlussklassen der Mittelschule Zschorlau die Exkursion nach Weimar für zwei Tage organisiert. Bisher stand ausschließlich der Besuch des Konzentrationslagers Buchenwald im Mittelpunkt einer eintägigen Fahrt in das zwei Autobahnstunden entfernte Weimar. Dort gehört neben der politischen auch die geisteswissenschaftliche Bildung zu den Lehrplänen der 10. Klasse. "Die Räuber" von F. Schiller und der Goethe'sche "Faust" sind nach wie vor Prüfungslektüre. Gründe genug, um sich die ehemalige Weltkulturstadt näher anzuschauen.

Die Führung im Schillerhaus, die erste des Tages, schätzten die meisten von ihnen als die ansprechendste ein. "Man konnte während der Führung durch das Haus hautnah das Leben und Wirken F. Schillers spüren", meinte Linda Georgi. So zeigte das Haus, wie der wohl engste Freund Goethes stetig und unaufhörlich bis zu seinem Tod bemüht war, durch das Schreiben nicht nur sein Publikum zu begeistern, sondern auch seine Frau und ihre gemeinsamen vier Kinder materiell abzusichern. Ihre Klassenkameradin Julia Gläser wiederum fand die Themeneinordnung, die dazu passende farbliche Gestaltung der Räume sowie die Verbindung der vielfältigsten Exponate miteinander in der neuen Ausstellung im Goethe - Nationalmuseum "Lebensfluten- Tatensturm" als besonders gelungen.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Bus von Thierfelder- Reisen nach Buchenwald in die Gedenkstätte und zum Ehrenmal. "Einerseits ist das Alles unvorstellbar. Trotzdem ist es passiert. Es ist gut zu wissen, warum das so geschehen konnte. Man wird sensibler auf das Anderssein anderer Menschen. Vergessen - ausgeschlossen", sagte Christin Stöckner leise. Schnell wurde auf dem Zwiebelmarkt noch ein Wunsch für die Eltern nach einen Zwiebelzopf erfüllt. "Dorthin wäre ich freiwillig nie gefahren, aber es war gut", so Jens Martin.