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Frieden for ever!

Das Wort zum Sonntag von Michael Kropff

Einst wohnten in einer Straße einige Worte. Jedes Wort war glücklich: "Bei uns herrscht Frieden." "Können wir nicht froh sein, dass wir miteinander leben?" sagte "bei" zu seinen Freunden und "uns" sagte: "Ich bin froh, dass ich alles zusammenfüge. " So ging es allen in der Satzstraße. Eines Tages kamen zwei neue Worte von weither. Sie hießen "for ever".

"Igittigitt", sagten die Einheimischen, "das sind ja fremde Worte." "Die sehen so komisch aus" sagte "bei". "Und riechen auch so" sagte der Frieden. "Die können wir nicht brauchen!" sagte "uns". "Wir müssen sie höflich, aber bestimmt verabschieden" meinte "herrscht".

So redeten sie mit den Fremden: "Wissen Sie, bei uns ist jede Stelle im Satz besetzt. Außerdem kann sie ja niemand verstehen. Überhaupt haben Fremdwörter hier nun wirklich nichts zu suchen. Verstehen Sie bitte recht, das ist kein böser Wille, aber..."

Während sie noch mit den beiden fremden Worten redeten, huschten andere Wörter an ihre Stelle: In die Wohnung von "Bei" zog "Gegen", bei "uns" zog "alle" ein, das Zimmer von "herrscht" übernahm sein Großvater "wütet", und in das Haus von "Frieden" hielt "Hass" Einzug.

Ehe sich die Einheimischen besinnen konnten, war aus ihrer wunderschönen Straße ein anderer Satz geworden: "Gegen alle wütet Hass!". Da weinten sie und erkannten, wie schön es gewesen wäre, wenn sie die Fremdwörter aufgenommen hätten: "Bei uns herrscht Frieden, for ever!"



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