Für keinen Scherz zu schade

Historie April, April . . . - Geheimgang sorgt für Aufsehen

Schlettau. 

Dass auf Schloss Schlettau viele mysteriöse Legenden herumgeistern, steht außer Frage. Doch dass man den Eingang zum jahrhundertelang vergeblich gesuchten Geheimgang von Schloss Schlettau zum Zisterzienserkloster Grünhain gefunden hat, ist einzig und allein auf eine Idee von Manfred Drechsel, dem Vorsitzenden des Fördervereines Schloss Schlettau zurückzuführen. Denn er ist sich für keinen Scherz zu schade - auch nicht für einen Aprilscherz! Dieser zog am Dienstag zahlreiche Neugierige auf das altehrwürdige Schloss. Denn laut Manfred Drechsel wurde in der nachgestalteten "lebendigen" Mönchszelle eine mysteriöse Treppe gefunden.

Schmunzelnd erklärt der "Schlossherr": Einen Geheimgang gab es noch nie, allerdings wird er in vielen Büchern beschrieben. In Schlettau existierten etliche unterirdische Gänge, aber raus aus dem Ort gingen diese nicht. Zum Zisterzienserkloster Grünhain sind es 15 Kilometer Luftlinie, damit war es technisch unmöglich in der damaligen Zeit derartige Gänge zu bauen." Dennoch ist der Einfall eines Geheimgangs so abwegig nicht. Der Aprilscherz hat einen geschichtlichen Hintergrund. Im Hinblick auf die Geschichte des oberen Erzgebirges hatte die Schlettauer Burg im Mittelalter Deutschlands eine hochgradige Bedeutung.

"Erste Grabungsfunde, unter anderem ein im Schloss Ende der 90er Jahre gemachter Fund eines menschlichen Schädels mit stark unnatürlich entstandenen Frakturen, der jetzt im Geschichtszimmer präsentiert wird zeigen, dass die Geschichten in den Sagen und Überlieferungen überwiegend den Tatsachen entsprechen. Damit können auch die Rätsel um das mysteriöse Verschwinden von historisch verbürgten Gestalten, wie zum Beispiel die Flucht von Christian Ernst Wunnerlich begründet werden", verrät Manfred Drechsel und lädt ein, das Schloss selbst zu erkunden und in die spannende Historie einzutauchen.