Für saubere Luft im Erzgebirge

Initiative Tag der offenen Tür gewährt Einblicke in moderne Technik

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Maik Stiehl, Kai Giesel und Ivan Benes (v.l.) vor der mobilen Messstation in Deutschneudorf. Foto: Jan Görner

Deutschneudorf. Mehrfach hat der Mitarbeiter des tschechischen Gesundheitsministeriums Ivan Benes die Messanlage für Luftpartikel geöffnet, um zu zeigen, wie sie arbeitet. Zur gleichen Zeit informierten Professor Alfred Wiedensohler vom Leibnitz-Institut für Troposhärenforschung in Leipzig und Martina Straková vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie im Inneren des mobilen Containers über die hier untergebrachte Messtechnik. Damit begeben sich die drei Institutionen auf die Suche nach schädlichen Stoffen in der Luft rund um den Festplatz.

Aufgespürt werden sollen Partikel und molekulare Verbindungen, die die Leute im Erzgebirge krank machen. Mit der Resonanz zeigte sich Professor Alfred Wiedensohler sehr zufrieden. Positiv beeindruckt hatte ihn, dass so viele der insgesamt 50 Besucher umfassend vorinformiert waren. Sie wollten nun vor allem wissen, was hier auf welche Weise gemessen wird. Die Nachfragen nach den ersten Ergebnissen blieben unbeantwortet. Das Team vor Ort betonte, dass dies erst nach einigen Monaten möglich sei. Eher seien die Daten nicht repräsentativ.

"Wir haben sehr offen diskutiert", sagte der Fachmann. Seit vielen Jahren kämpft die Bürgerinitiative für Saubere Luft im Erzgebirge gegen die Geruchsbelastungen der Industrie aus dem Böhmischen Becken an. Auch deshalb gab es auch weniger optimistische Stimmen unter den Besuchern.

Der Deutschneudorfer Gemeinderat Detlef Schwirz sagte, dass nach den Jahrzehnten endlich klar sein müsse, was in der Luft sei. Die BI hofft dagegen, dass mit den neuen Ergebnissen mehr Druck auf die tschechische Regierung ausgeübt werden könne. Der für März geplante Besuch der Industrieanlagen im Nachbarland ist auf April verschoben. Dann wollen die Erzgebirger die Unternehmer dort mit den Menschen und ihren Argumenten aus Deutschland konfrontieren. Der dafür notwendige Fragenkatalog ist derzeit noch in Arbeit.