"Gartenlaube" wird zum Museumsstück

Ehrenamt Hobby-Restauratoren stecken Liebe und Originalität in alten Postwagen

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Rainer Dressel (l.) und Andreas Fitzsche wollen nach historischem Vorbild ein Dach decken. Foto: Wagner

Rittersgrün. Eine Mammutaufgabe haben die Mitglieder des Vereins Schmalspurbahnmuseums Rittersgrün vor sich oder besser gesagt, sie stecken schon mitten drin. Denn der Verein hat sich auf die Fahne geschrieben, den kaiserlichen Postwagen auf Vordermann zu bringen. Dabei geht es nicht um Fahrtauglichkeit, sondern darum ihn so original wie nur möglich zu restaurieren.

Rainer Dressel aus Bärenstein, Andreas Fritzsche aus Schwarzenberg und René Fischer aus Hartmannsdorf bei Kirchberg wollen diese Arbeit gemeinsam stemmen. Jeden Samstag treffen sie sich, um dem große Ziel einen Schritt näher zu kommen. Restaurator Manfred Biedermann unterstützt sie dabei und hat den drei Hobbyrestauratoren schon wertvolle Tipps gegeben.

Noch viele Monate Arbeit

"Anfangs haben wir gedacht, wir machen das schon. Doch zu einer richtigen Restaurierung gehört schon ein bisschen was dazu", sagt Rainer Dressel. Das kleine Team kann bei der Restaurierung auf eine alte Konstruktionszeichnung zurückgreifen. "Das ist natürlich ein großer Vorteil", sind sich die drei einig. Es ist auch ein Glück, dass diese Zeichnung überhaupt noch vorhanden ist, denn der Wagen hat einiges hinter sich. Bis in die 1930-er Jahre hinein rollte der Schmalspurwagen über sächsische Schienen, dann wurde er stillgelegt und "zweckentfremdet".

Bis 1982 wurde er in Jöhstadt als Gartenlaube verwendet. Aktuell wird am Dach gearbeitet. Die alte mehrfach geteerte Dachpappe musste runter. Im Original war der Wagen mit Leinen bespannt. "So soll es wieder werden", sagt Dressel. Damit das Dach wasserdicht wurde, bestrich man es mit einem Kleister-Sand-Gemisch. Im Innenraum des Wagens werden aktuell alte Farbschichten entfernt. Schritt für Schritt kommt man dabei nur voran. Überhaupt gehen die Hobby-Eisenbahner und Hobby-Restauratoren davon aus, dass noch viele Monate Arbeit auf sie warten.