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Gastronom nutzt die Krise zur kompletten Umstrukturierung seines Lokals

Gastronomie Österreichisches Spezialitätenrestaurant entsteht

Marienberg. 

Marienberg. Um zu wissen, was Haschee-Knödel sind, muss man eigentlich schon einmal in Österreich gegessen haben. Künftig wird der mit Rinds- und Schweinegehacktem gefüllte Kartoffelknödel auf Dieter Pramhas' Speisenkarte stehen. "Hawara" heißt das Restaurant, das er seit September in der Marena aufbaut. Früher hat er hier regionale Küche serviert. "Das hatte sich aber nicht genug von den übrigen Angeboten der Umgebung abgehoben", begründet er die Neuausrichtung. Der neue Name ist ebenfalls typisch österreichisch. "Hawara" heißt dort so viel wie Freund oder Kumpel. Freundlich, gemütlich und gelassen soll es zugehen in den neu gestalteten Räumlichkeiten. Etwa 100 Plätze stehen hier zur Verfügung. Die Investitionen belaufen sich auf eine sechsstellige Summe. Auf der Karten stehen typische Gerichte aus der Alpenrepublik, alles frisch zubereitet selbstverständlich. Bei der Umsetzung seiner Idee geholfen hat Dieter Pramhas ein mit seiner Familie befreundeter Architekt. Er hat Erfahrungen in Bezug auf den Bau und die Einrichtung von Berghütten in den Alpen. Die Umsetzung erfolgte selbstverständlich auch mit Handwerkern aus dem Erzgebirge.

Während der Zwangspause im Frühling kam Dieter Pramhas die Idee zur Neustrukturierung

"Es gibt hier griechische Restaurants, italienische, chinesische und indische. Nur typisch österreichische Küche sowie das dazu passende Ambiente gibt es hier in der Region noch nicht", erklärt der Marienberger. Was dazu gehört, weiß er genau. Schließlich ist er Österreicher. Er weiß, wie die Gerichte schmecken müssen und seine drei Köche setzen die Ideen um. Seine Köche haben dazu einen dreitägigen Kurs bei der DEHOGA absolviert. Ein gewisses Selbststudium gehört selbstverständlich auch dazu. Zudem sind zwei seiner drei Köche aus der Tschechischen Republik. "Das wirkt sich positiv aus, denn die böhmische und die österreichische Küche weisen einige Gemeinsamkeiten auf", weiß Dieter Pramhas. Das gilt unter anderem in Bezug auf verschiedene Mehlspeisen. Die Zutaten kauft der Gastronom in Sachsen. "Was wir brauchen, bekommt man alles hier", versichert er.

Zum Ambiente des Restaurants:

Im Restaurant spielt österreichische Musik. Zwischen Strauß und Falco ist je nach Anlass und Publikum alles zu hören. An den Wänden hängen Fotos von berühmten Österreichern. Arnold Schwarzenegger, "Niki" Lauda und Toni Polster sind nur einige davon. Das Bier kommt aus ebenso der Alpenrepublik. Dabei war es gar nicht so einfach eine Quelle für Fassbier von Stiegl und Gösser aufzutun. Bei den Weinen gestaltete sich das leichter. Sogar einen "Hawara"-Schnaps gibt es hier. Darin enthalten sind unter anderem Kaffee, Senf und Meerrettich, der in Österreich Kren genannt wird. Urlaubs-Erinnerungen sollen bei einem Besuch im "Hawara" wiederkehren. Das wird schon von außen sichtbar. Deshalb prangt ein Alpenpanorama am Giebel des Gebäudes.

Gäste sind aufgerufen an der Speisenkarte mitzuwirken

"Wer in Österreich auf ein interessantes Gericht stößt, kann uns das gerne sagen. Wir überlegen dann, ob wir es nicht auch bei uns servieren können", verrät der Gastronom. Nun hofft er in erster Linie auf ein schnelles Ende der Krise. "Ohne die angekündigten Hilfen des Bundes würden wir es allerdings nicht schaffen. Darauf sind wir angewiesen", räumt Dieter Pramhas ein. Erste Kostproben können sich alle Interessenten am zweiten, dritten und vierte Adventswochenende verschaffen. Jeweils freitags, samstags und sonntags bietet das "Hawara" dann von 17 bis 20 Uhr seinen Abholservice vor Ort an. Dann können die Besucher auch einen Überblick über die neu gestalteten Räumlichkeiten erhaschen.