Gaststätte im Erzgebirge schließt: Warum ein Rostocker hier in der Region fehlen wird

Nach 30 Jahren voller leckerer Fischwochen schließt die Krumhermersdorfer Bauernstube demnächst

Krumhermersdorf

Noch kümmert sich Ina Baase fleißig um die Gäste, während ihr Mann Thomas Baase in der Küche das Essen zubereitet. Doch in ein paar Wochen ist Schluss. Genau 30 Jahre nach ihrer Eröffnung wird die Krumhermersdorfer Bauernstube Ende Februar für immer ihre Pforten schließen. „Es ist viel Wehmut dabei“, sagt das Ehepaar über die schweren Herzens getroffene Entscheidung. Allerdings seien die Betreiber an ihre Grenzen gestoßen - in einem Job, der sie fast rund um die Uhr beschäftigte. Mit Kochen und Servieren ist es längst nicht getan. Inklusive Einkauf, Vorbereitung und Saubermachen sei das ein 24-7-Job.

Fischwochen finden großen Anklang

Als die Baases am 1. März 1996 ihre Gaststätte eröffneten, da machte ihnen der Stress nichts aus. „Wenn man jünger ist, hat man viel Energie“, sagt Thomas Baase, der aus dem hohen Norden stammt - und mit Spezialitäten von dort im Erzgebirge großen Anklang fand.

Erfolgsrezept Fischwoche

Sobald der gebürtige Rostocker seine nächste Fischwoche ankündigte, klingelte fast ständig das Telefon. Schon ein Jahr im Voraus musste bestellt werden, um sich einen Platz zu sichern. Wie gut es im Sportlerheim direkt neben dem Krumhermersdorfer Fußballplatz schmeckt, sprach sich schnell herum. So vielseitig die Hausmannskost war, so groß waren auch die Portionen.

Inspiriert von DDR-Serie

„Auch die Feierlichkeiten waren für uns ein wichtiger Faktor“, ergänzt Ina Baase. Sie stammt aus Zschopau, absolvierte ihre Ausbildung aber im Hotel Neptun in Warnemünde. Als Kellnerin arbeitete sie wenig später auch bei der Handelsflotte - und lernte dabei ihren späteren Mann kennen. Den hatte es wegen einer Fernsehserie aus der DDR dorthin verschlagen. „Zur See“ heißt das TV-Erlebnis, das Thomas Baase inspirierte: „Deswegen wollte ich Koch auf einem Schiff werden.“ Von dort verschlug es ihn letztlich in die Heimat seiner Frau, wo er unzählige Kunden mit seinen Speisen begeisterte. Nun ist für das Ehepaar aber die Zeit gekommen, es deutlich ruhiger anzugehen.

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