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Gedenken an jüdische Schicksale

Aktion Stolpersteine erinnern an Lewinsohns

Johanngeorgenstadt. 

Es war in der vergangenen Woche ein Paukenschlag: Annaberg-Buchholz kommt dem Wunsch Angehöriger nach und verzichtet kurzfristig auf die für gestern geplante Verlegung von Stolpersteinen. Ungeachtet der Annaberger Entscheidung hat der Kölner Bildhauer Gunter Demnig in Johanngeorgenstadt fünf Stolpersteine verlegt, mit denen er an die jüdischen Schicksale während des NS-Regimes erinnern will. In der erzgebirgischen Bergstadt sind die fünf aufpolierten Stolpersteine der jüdischen Handschuhmacherfamilie Lewinsohn gewidmet. Die Steine mit den markanten Messingplatten wurden an der Eibenstocker Straße verlegt.

Bürgermeister Holger Hascheck: "Dort wo Nachfahren da sind, muss man ihre Interesse auf jeden Fall beachten." Doch er habe nicht über eine Absage der Aktion nachgedacht.

Dabei waren die Worte, die aus Annaberg-Buchholz kamen sehr deutlich: "Ebenso wie die jüdische Gemeinde in München vertritt die Familie die Haltung, dass die Stolpersteine das Andenken der Verstorbenen als Stein auf dem Fußweg keine Würdigung der Opfer, sondern eine erneute Demütigung darstellen." Demnig hat natürlich eine ganz andere Sicht auf die Dinge: Er spricht von einer kleinen Verbeugung, wenn jemand den Namen lesen will. Zudem verweist er auf die Katholiken, in deren Gotteshäusern die wichtigsten Menschen beerdigt wurden. "Da läuft man unweigerlich über die Grabplatten." Diethard Am Ende aus Johanngeorgenstadt freut sich jedenfalls über die Stolpersteine. Ihn verbindet sehr viel mit der Handschuhmacherfamilie Lewinsohn. Seine Mutter war mit Elisabeth Lewinsohn-Pelzer befreundet. "Vor ein paar Jahren haben wir hier schon eine Gedenktafel anbringen lassen", so Am Ende: "Damals waren wir nur elf Leute, heute sind wir wesentlich mehr, das freut mich", gab Am Ende unumwunden zu.



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