Gedenken an Nazi-Opfer

Geschichte Oberbürgermeister enthüllte Grabsteine

Mit gleich drei Veranstaltungen wurde in Annaberg-Buchholz am Montag an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 sowie das Schicksal von Annaberger Juden erinnert. Auf dem städtischen Friedhof in Annaberg-Buchholz enthüllte Oberbürgermeister Rolf Schmidt gemeinsam mit der Schülerin Anne Haarig vom Beruflichen Schulzentrum für Technik, Ernährung und Wirtschaft zwei Grabsteine, welche die Stadt Annaberg-Buchholz im Mai diesen Jahres von der jüdischen Gemeinde in Chemnitz zurückerhielt. Stadtsprecher Matthias Förster informiert dazu: "Es handelt sich um die Grabtafeln von Isaak Chanange, dem einstigen Begründer der Israelitischen Gemeinde Annaberg sowie von Gustav Büchler, der sich als erster jüdischer Bürger 1868 in Annaberg niederließ und als Posamentenunternehmer bedeutende Verdienste erwarb. Steinmetz Thomas Wagler, der bereits an der Dresdner Frauenkirche wirkte, schuf für die Grabtafeln sehr würdige, weiße Sandsteinstelen." Annabergs Oberbürgermeister erinnerte in seiner Ansprache an das Schicksal der beiden Juden und die Geschehnisse der Reichspogromnacht in Annaberg und sagte unter anderem: "In der Pogromnacht wurden auch in Annaberg Juden verhaftet und deren Wohnungen demoliert. Der Betsaal in der Buchholzer Straße wurde verwüstet, der jüdische Friedhof zerstört und geschändet. Die Friedhofshalle wurde gesprengt, die Grabsteine umgestoßen und zerschlagen. Nach Kriegsende konnte die Stadt Annaberg-Buchholz dank einer Vereinbarung mit der Jüdischen Gemeinde Chemnitz die noch erhaltenen Grabsteine auf den eigens dazu angelegten Ehrenhain auf dem Neuen Friedhof überführen." ru/pm