Geduldsprobe für Autofahrer im Erzgebirge: Warum diese Baustellenampel seit 2006 im Einsatz ist

Straßenabschnitt zwischen Zschopau und Scharfenstein wartet noch immer auf dauerhafte Lösung

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Im Jahr 2006 gewann Italien die Fußball-Weltmeisterschaft, Twitter wurde gegründet und Pluto verlor seinen Status als Planet. Damals war Angela Merkel erst ein Jahr Bundeskanzlerin - und bei Scharfenstein begannen die ersten Probleme an einem rund hundert Meter langen Straßenabschnitt, der bis heute nicht zur Ruhe kommt. Fast zwei Jahrzehnte später regelt auf der Straße (S228) zwischen Zschopau und Scharfenstein noch immer eine Baustellenampel den Verkehr. Eine dauerhafte Lösung sei in Arbeit, teilt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit. Doch die Planung gestaltet sich aufwendig.

Von Rissen und Hangbewegungen

Die Geschichte der Ampel beginnt 2006, als sich die Fahrbahn an einer Stützwand merklich absenkte. "Damals musste vor der Stützwand eine Entlastung des Fahrbahnrandes erfolgen, hierfür wurde der Rand abgebakt und später durch eine Baustellenampel ergänzt", berichtet Corinna Saring, Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. "Im Jahr 2011 konnte im Zuge von Bauarbeiten an der Fahrbahn und der Entwässerung der Rand soweit stabilisiert werden, dass die Verkehrsraumeinschränkung aufgehoben werden konnte", so Saring.

Schutz für Straße und Bahn

Doch die Hoffnung auf dauerhafte Stabilität hielt nicht lange: Im Jahr 2016 wurden erneut Senkungen festgestellt - verursacht durch Bewegungen des Hanges. "Der Fahrbahnrand musste erneut durch Verkehrsabsicherung mit Baken sowie Ampelregelung entlastet werden musste", sagt Saring. Eine anschließende geologische Untersuchung zeigte: Ohne massives Stützbauwerk lässt sich die Situation nicht dauerhaft sichern. Die derzeitige Absperrung diene nicht nur dem Straßenverkehr, sondern schützt auch die darunterliegende Bahnlinie der Erzgebirgsbahn.

Planung unter erschwerten Bedingungen

Doch warum dauert es so lange, bis eine dauerhafte Lösung umgesetzt werden kann? Der Grund liege in der besonderen Lage des Straßenabschnitts: Er befindet sich innerhalb eines Flora-Fauna-Habitat-Gebiets, einem Vogelschutzgebiet und einem Landschaftsschutzgebiet. Das stelle hohe Anforderungen an jede Planung. Viele geologische und umweltfachliche Fragen müssten geklärt werden, bevor überhaupt mit dem Bau begonnen werden kann. "Eine Vorplanung wurde erarbeitet sowie einem zeitaufwändigen Sicherheitsaudit unterzogen. Derzeit werden die Entwurfsplanungen erarbeitet", so Saring.

Hoffnung auf baldigen Fortschritt

Ein konkreter Zeitplan sei derzeit schwer zu nennen. "Alle Beteiligten arbeiten daran, die Planung so schnell wie möglich umzusetzen. Aufgrund der vielen zu berücksichtigenden Faktoren ist eine belastbare Zeitangabe schwierig", erklärt die Sprecherin. "Wir sind zuversichtlich, dass nach Abschluss der Planungsphase zeitnah mit dem Bau begonnen werden kann. Unser Ziel ist es, die Baustellen-Ampel so schnell wie möglich durch eine dauerhafte Verkehrsanlage zu ersetzen."

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