Gehäkelte Stickerei ist etwas Besonderes

Tamburieren Frauen erlernen alte Handarbeitstechnik

Nicht nur das Klöppeln ist eine traditionelle Handarbeit, die im Erzgebirge zuhause ist, sondern auch das Tamburieren. Speziell zu diesem Thema läuft noch bis morgen ein Kurs im Klöppelzentrum der "Goldnen Sonne" in Schneeberg. Der Begriff Tamburieren klingt vielleicht etwas kompliziert. Was dahinter steckt, ist aber eine relativ simple Technik, die man problemlos erlernen kann.

Dozentin Monika Strohbach erklärt dazu: "Es ist eine gehäkelte Stickerei, eine Technik, die heute kaum noch verwendet wird. Im Erzgebirge, ursprünglich in Eibenstock, hat es sie 1775 das erste Mal gegeben. Dort ist die Stickerei-Industrie daraus entstanden." Die Technik gibt es so nicht weiter, sagt Strohbach. Sie ist eine der wenigen Frauen, die diese Technik noch hoch halten. Wie beim Sticken braucht man auch beim Tamburieren die Fertigkeit mit Nadel und Faden umzugehen. "Man stickt mit der Häkelnadel auf Stoff.

Gearbeitet wird von der Rückseite aus. Das Muster entsteht auf der Vorderseite. Da braucht man schon etwas Gefühl dafür", erklärt Strohbach. Das Ganze ist ein Geduldsspiel und man braucht eine besondere Fingerfertigkeit und Feingefühl mit Nadel, Faden und Perlen umzugehen. Über das Tamburieren an sich findet man keine Literatur, sagt Strohbach: "Weitergegeben wird die Technik unter den Frauen und so lebt diese Handarbeitstechnik weiter." Bettina Levin ist eine der zehn Teilnehmerinnen. Die 41-jährige sagt: "Der Kurs ist sehr professionell. Das Tamburieren möchte ich erlernen, weil es eine historische Technik ist, die früher bei der Perlstickerei verwendet wurde. Und da ich ein Buch über Perlen im Erzgebirge schreibe, passt das sehr gut."