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Erzgebirge

Gelungenes Doppel-Debüt in Most

MOTORSPORT Erstes Gastspiel der Motorrad-Langstrecken-WM und des Tourenwagen-Weltcups in Nordböhmen

Most / CZE. 

Most / CZE. Da viele Rennserien auch in diesem Jahr auf Grund der Reisebeschränkungen und -auflagen ihre teilweise seit Jahren sehr ähnlich bestückten Kalender nicht planmäßig abarbeiten konnten, waren relativ leicht händelbare Alternativen gefragt. So eine ist Tschechien respektive das 1983 eingeweihte Autodrom Most. Dank Corona erlebte dieses in diesem Jahr als beliebter Ausweichort gleich mehrere Weltpremieren.

Den Anfang machte die Superbike-Weltmeisterschaft WorldSBK, die Anfang August erstmalig auf der auch bei deutschen bzw. sächsischen Fans sehr beliebten Anlage gastierte. An diesem Wochenende kam es nun sogar zu einer Doppelpremiere, denn sowohl die FIM Endurance World Championship wie auch der FIA World Touring Car Cup (WTCR, vormals WTCC - World Touring Car Championship) waren noch nie auf dem nordböhmischen Kurs zu Gast.

Zwei- und Vierräder im regelmäßigen Wechsel

 

Bei der dritten derartigen Kombi-Veranstaltung mit Motorrad-Langstrecken-Weltmeisterschaft und Tourenwagen-Weltserie wurden die vier avisierten Tage wieder thematisch getrennt. Am Donnerstag gehörte die Strecke ausschließlich den "Einspurern" und der Freitag den vierrädrigen Motorsportgeräten. Am Samstag gingen dann wieder nur die Motorräder auf die Strecke. Das 6h-Rennen war nicht nur wegen der vergleichsweise geringen Renndauer ein echter Sprint, sondern bot Spannung bis zum Schluss. Im Wesentlichen kontrollierte das BMW Motorrad World Endurance Team mit den beiden dreifachen IDM-Superbike-Meistern Markus Reiterberger und Ilya Mikhalchik das Geschehen an der Spitze. Der dritte Fahrer im Bunde, der Franzose Kenny Foray, konnte im Training zeitenmäßig mit dem Bayern und dem Ukrainer nicht ganz mithalten und kam somit nicht zum Einsatz.

 

Finale Furioso

 

Nach Problemen zu Rennbeginn hatte sich das Yamaha Austria Racing Team (YART) mit Marvin Fritz, dem Italiener Niccolo Canepa und dem Tschechen Karel Hanika auf dem zweiten Rang eingenistet. In der Schlussphase setzten beide Teams auf die deutschen Vollgasprofis, wobei Marvin Fritz eine Viertelstunde vor Schluss noch rund 15 Sekunden Rückstand hatte. Allerdings holte er stark auf, sodass es zum Finale furioso kam. Der YART-Schlussfahrer kam dem BMW-Finalisten immer näher, doch es reichte nicht ganz. "Reiti" rettete nach sechs Stunden Fahrzeit bzw. 213 Runden 0,07 Sekunden Vorsprung über den Zielstrich. Letzten Endes dürfte die Rennstrategie den Ausschlag gegeben haben, denn YART brauchte mit sechs Boxenstopps einen mehr als die Sieger wie auch die Drittplatzierten, das Yoshimura - Suzuki Endurance Racing Team (SERT), welches eine Runde weniger geschafft hatte. Die Franzosen waren als Tabellenleader nach Most gekommen, wo die Franzosen Gregg Black und Sylvain Guintoli sowie der Belgier Xavier Simeon mit Rang drei den 17. WM-Titel für SERT sicherstellten.

 

Traum geplatzt

Zumindest noch rechnerische Chancen auf den WM-Titel hatte das Team VRD Igol Experiences mit dem frischgebackenen IDM-Superbike-Vizemeister Florian Alt, dem Franzosen Florian Marino und dem letzten 125er-Weltmeister (2011) Nicolas Terol aus Spanien. Nach rund zwei Dritteln der Renndistanz erlitt das Privatteam jedoch einen Motorschaden und schied aus. Liebend gern hätten sie zumindest den Vize-WM-Titel als bisher größten Teamerfolg mitgenommen, doch nach diesem Nuller rutschte man in der Endabrechnung sogar noch hinter die Vizeweltmeister BMW Motorrad und das Team WEBIKE SRC Kawasaki France Trickstar auf Rang vier ab.

Bei seinem Heimrennen gab der aktuelle Moto3-WM-Pilot Filip Salac vom Team PrüstelGP sein Langstrecken-WM- sowie 1.000er-Debüt und fuhr zusammen mit seinen Landsleuten Oliver König und Dominik Juda unter 24 Teams auf den achten Gesamtrang bzw. Platz zwei in der Klasse Superstock.

Sieg für sächsisches Team

 

Wie 2019 auf dem Slovakiaring und in Malaysia zog Eurosport Events als Promoter der FIM Endurance World Championship (EWC) und der FIA-WTCR (World Touring Car Cup) wieder ein kombiniertes Motorrad- und Autorennen durch. Am Sonntag trug die WTCR zwei Rennen über 15 bzw. 17 Runden aus. Beim ersten feierte das Honda-Team ALL-INKL.COM Muennich Motorsport aus Friedersdorf in der Oberlausitz bei seinem zweiten Heimspiel nach dem Nürburgring mit den beiden Argentiniern Nestor Girolami und Esteban Guerrieri einen Doppelsieg. Dritter wurde der in der Gesamtwertung führende Franzose Yann Ehrlacher in einem chinesischen Lynk & Co 03 TCR.

Das zweite Rennen gewann der Ungar Norbert Michelisz in einem Hyundai Elantra N TCR vor Mikel Azcona aus Spanien in einem Cupra Leon Competición TCR und Esteban Guerrieri.

Die FIA-WTCR hat nach Most im französischen Pau-Arnos, auf dem Adria Raceway in Italien sowie im russischen Sotschi noch drei weitere Saisonrennen.