Gemeinde kündigt Montessori-Schule

Auseinandersetzung Bürgermeister erhebt schwere Vorwürfe gegen die Inhaber

Adorf. 

Adorf. Die Gemeinde Neukirchen hat den Mietvertrag mit den Jugendstätten Stocker, den Inhabern der Montessori-Schule in Adorf, zum Ende des Schuljahres gekündigt. "Wir sind der Meinung, dass zukünftig keine vernünftige Geschäftsbeziehung möglich ist, da die Jugendstätten Stocker einige Vertragsbestandteile über all die Jahre unregelmäßig oder gar nicht erfüllt haben", erklärt Neukirchens Bürgermeister Sascha Thamm. Demnach geht es um vertraglich vereinbarte Aspekte wie finanzielle Fragen, die Sanierung der Sanitäranlagen oder den Bau eines Spielplatzes.

Verpflichtungen nicht erfüllt

In einem über einjährigen Prozess wurde in zwei Instanzen vom Land- und Oberlandesgericht beschlossen, dass das 2010 an die Jugendstätten Stocker verkaufte Gebäude 2018 von der Gemeinde zurückgekauft werden konnte. "Wir wollten die Schule für die Kinder erhalten und haben einen unbefristeten Mietvertrag angeboten. Da die vertraglichen Verpflichtungen aber nicht eingehalten wurden, hat der Gemeinderat im November 2018 beschlossen, den Vertrag zu kündigen", sagt der Bürgermeister. Die Jugendstätten baten wenige Wochen später um den Rückzug der Kündigung oder einen neuen Mietvertrag. Daraufhin wurden sie zu einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung im Januar eingeladen, um ihr betriebswirtschaftliches Konzept vorzustellen, sagten aber ohne Angabe von Gründen ab. "Stattdessen haben sie am Tag der Gemeinderatssitzung in einem Elternbrief mitgeteilt, dass es am Standort Adorf nicht weitergeht, obwohl wir gesprächsbereit waren", berichtet Sascha Thamm.

Montessori-Schule zieht nach Thalheim

Für die Schulleitung und die Jugendstätten Stocker kam die Kündigung unerwartet. "Wir sind allen Forderungen nachgekommen, es gibt keine Mietrückstände, ein Spielplatz ist bereits vorhanden und die Gemeinde ist als Vermieter für die Sanierung der Sanitäreinrichtungen zuständig", sagt Jugendstätten-Geschäftsführer Christoph Stocker.

An der Gemeinderatssitzung haben sie nicht teilgenommen, weil sie die Einladung erst vier Werktage vor dem Termin erhalten haben. "Uns war zudem nicht klar, warum die Gemeinde ein betriebswirtschaftliches Konzept braucht", erzählt Schulleiterin Irmgard Stocker. Mit dem Elternbrief, der zufällig am Tag der Sitzung verteilt wurde, wollten sie lediglich informieren. "Ich habe Versuche unternommen, die Kündigung abzuwenden", sagt die Schulleiterin. Zum neuen Schuljahr zieht die Schule in das ehemalige Gymnasium in Thalheim.