Gemeinsam Kraut schneiden

Sauerkraut Vitamin-C-Lieferant gestern und heute beliebt

Weißkraut, ein paar hauchdünn geschnittene Möhren, Kümmel, getrockneter Dill und ein wenig Salz: vielmehr ist es nicht, was man benötigt, um Sauerkraut anzusetzen. Der zweifache Sauerkrautkönig Michael Hauße warnt vor zu viel Salz: "Auf ein Kilo Kraut kommen lediglich 20 Gramm. Wenn man möchte, kann man auch Wachholder-Beeren hinzufügen." Aus Erfahrung weiß Hauße: "Zu viele Möhren machen das Kraut dunkel. Möhren sind im Grund nur etwas fürs Auge, was das Sauerkraut angeht. Wie man das Kraut später zubereitet, ist eine andere Sache und jedem selbst überlassen." In Bad Schlema ist das Einschneiden, das dieses Jahr vom Kneipp-Verein im Ort initiiert wurde, immer wieder ein kleines Spektakel. Schon jetzt stimmt man damit so ein bisschen auf die große Erzgebirgische Sauerkrautverkostung Ende Januar im Kulturhaus "Aktivist" ein. Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen, der dann selbstgemachtes Sauerkraut zu Verkostung einreicht und mitfiebert, wenn es um das Küren des Sauerkrautkönigs geht. In Bad Schlema hat man jetzt fleißig gehobelt und schnitten und Kraut angesetzt, dass jetzt erst einmal reifen muss. Bei der Sauerkrautverkostung hat Christian Winkler den Hut auf. Der Schneeberger kennt sich bestens aus und schmunzelt wenn er sagt: "Richtiges Kraut muss nach dem Reinheitsgebot gemacht werden." Winkler ist froh, dass die alte Tradition lebendig gehalten wird. Schon früher haben Schiffs-Kapitäne Sauerkraut in Fässern mit auf Reisen genommen. Das Kraut diente als Vitamin-C-Lieferant, erklärt Winkler, der überzeugt ist: "Rohes Sauerkraut ist immer gut." Die Sauerkrautverkostung sei ein jedes Jahr wie ein großes Familienfest mit kulturellen Einlagen. In der Regel sind es zwischen 20 und 30 Kräuter, die eingereicht werden bei einer Verkostung. Winkler lacht: "Und nur der Beste kann gewinnen." Für die Jury ist die Verkostung eine Herausforderung: Es muss nach Aussehen, Geruch und Geschmack beurteilt werden.