Gewalt ist keine Privatsache

Ausstellung Auswege und Hilfsangebote

Annaberg-B. Es ist erschreckend, wie viele Frauen, aber auch Männer selbst im beschaulichen Erzgebirge in einer Gewaltpartnerschaft leben. Noch bis zum 27. November informiert im Rathaus von Annaberg-Buchholz eine Ausstellung zum Thema "Häusliche Gewalt in Partnerschaften" über Hindernisse, die es zu bewältigen gilt, um sich aus einer Gewaltpartnerschaft zu lösen. Initiiert von den Gleichstellungsbeauftragten des Erzgebirgskreises und der Stadt Annaberg-Buchholz sowie der Interventions- und Koordinierungsstelle zur Bekämpfung häuslicher Gewalt und Stalking Chemnitz (IKOS), zeigt die Exposition die Vielfalt der Probleme auf, um sich aus solch einer menschenunwürdigen Beziehung befreien zu können. Als Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises weiß Gabriele Noack: "Die Gründe des Zusammenbleibens sind sehr unterschiedlich und es ist für Außenstehende kaum nachvollziehbar, warum es den Betroffenen so schwer fällt, derartige Beziehungen zu beenden. Speziell in der ländlichen Region ist die Schamgrenze sehr hoch - und damit auch die Dunkelziffer. " Die Ausstellung gibt Einblicke in die Gründe des Zusammenbleibens, aber ebenso beleuchtet sie die Folgen. "Betroffene brauchen unsere Unterstützung. Sie dürfen nicht allein gelassen werden, denn Gewalt ist keine Privatsache und kann nur bekämpft werden, wenn gewalttätiges Verhalten eindeutig sanktioniert wird", betont Gabriele Noack. Sie ist zugleich Mitglied des Arbeitskreises "Häusliche Gewalt und Stalking", in dem sich seit vergangenem Jahr zahlreiche Ansprechpartner und Beratungsstellen vor Ort zusammengeschlossen haben und der den Betroffenen unkompliziert und unbürokratisch Rat und Hilfe anbietet. Notfallkarten, die eigens für die Erzgebirgsregion gedruckt wurden, liegen in der Ausstellung aus.