Giftstoffe im Boden: Wann wird die Ruine endlich abgerissen?

Bau Gelenau will Eigentumsfrage der Gelkida-Ruine klären

Gelenau. 

Gelenau. Ende Februar war wieder etwas Bewegung in die Gelenauer Gelkida-Ruine gekommen. So wurden sechs Öltanks geborgen, die im Boden schlummerten. Doch nach Ansicht von André Lehm ist die Gefahr auf dem Gelände der nur teilweise abgerissenen Fabrik noch längst nicht gebannt. Der Grundstücksnachbar vermutet weitere Giftstoffe im Boden, die von Farb- und Dämmstoffen sowie von 1.600 Tonnen undeklarierten Baumaterialien ausgehen.

Bei einer Einwohnversammlung wies der Gelenauer außerdem darauf hin, dass das Gelände nicht ausreichend abgesperrt sei. Auf dieses Risiko will Knut Schreiter mit besseren Zäunen reagieren. Eine generelle Lösung für die Ruine kann der Bürgermeister nicht versprechen, auch wenn er diese anstrebt.

Nun heißt es erst einmal abwarten

"Wir sind in Gesprächen, um schnellstmöglich die Eigentumsfrage zu klären", erklärt Schreiter. Dies könne allerdings drei bis fünf Jahre dauern, denn die Situation ist nicht gerade einfach. Die Nachfahren des verstorbenen Eigentümers Thomas Lüer hätten das Erbe ausgeschlagen, sodass nun ein Nachlassverwalter die Verantwortung trägt. Und der zeigt derzeit kein Interesse am Vorhaben der Gemeinde, die Fläche für einen symbolischen Preis zu kaufen und dann mithilfe von Fördermitteln zu sanieren.

Also ist laut Bürgermeister erst einmal Geduld gefragt. Er geht davon aus, dass eine Insolvenz beantragt wird. "Kommt dann ein Signal, dass wir eine Chance haben, werden wir es versuchen", sagt Schreiter. Auch hinsichtlich der potenziellen Giftgefahr im Boden könne die Gemeinde derzeit nicht handeln. Das Landratsamt habe punktuell Bodenproben genommen und dabei keinen Anlass gefunden, eine Maßnahme einzuleiten. "Offensichtlich besteht keine Gefahr für Leib und Leben", sagte der Bürgermeister zur Ermessensentscheidung der Behörde.