Glauchauer Studenten schenken Pflegekräften zusätzliche Schutzausrüstung

Coronakrise Innovative Visiere für den Fall der Fälle

Marienberg. 

Marienberg. Derzeit gibt es keine Corona-Fälle in der Seniorenresidenz am Marienberger Markt. Diese gehört zur Sozialbetriebe Mittleres Erzgebirge gGmbH. Dennoch ist aus der Sicht des Einrichtungsleiters Reinhard Wagler Vorsicht geboten. Schließlich stellen gerade alte Menschen die größte Risikogruppe für schwere Verläufe dar. Für den Fall der Fälle ist das Team seit Freitag mit 20 neuen Schutzvisieren ausgestattet. Die Gestelle dafür haben Studenten der Staatlichen Studienakademie Glauchau im Drei-D-Drucker hergestellt und den Marienbergern geschenkt. Die Idee für das technische Verfahren hatten sie vor etwa drei Wochen. Drei Stunden dauerte bis Donnerstag jeder Druck. Mittlerweile haben die fünf jungen Leute ein Schichtdruckverfahren entwickelt. Damit können sie mehrere Gestelle gleichzeitig drucken. Bislang haben die Akademie etwa 280 Visiere verlassen. Davon haben ausschließlich Seniorenpflegeheime profitiert.

"Wir wollten besonders die alten Menschen schützen, die diesen Staat aufgebaut haben", begründete das Professor Frauke Deckow, die Direktorin der Staatlichen Studienakademie Glauchau. Kombiniert werden die Gestelle mit handelsüblichen und bequem austauschbaren Schutzfolien. Diese werden mit ganz normalen Lochern, wie sie auf zahllosen Schreibtischen stehen, gelocht und an den Gestellen befestigt. "Die Handhabung ist sehr einfach. Auch darauf kam es uns an", betont Professorin Frauke Deckow.

Reinhard Wagler sieht darin einen zusätzlichen Schutz für seine Mitarbeiter, für den Fall, dass sich einer oder mehrere der aktuell 67 Bewohner mit dem Virus infiziert. Das Visier schützt im Umgang mit den Bewohnern vor Tröpfchen und Aerosolen, die das Virus enthalten könnten.

"Es ist leicht zu desinfizieren und zu handhaben", meint Reinhard Wagler auf dem ersten Blick. Zudem sei es gerade für Brillenträger recht komfortabel. "Die Brille läuft dahinter nicht an und man ist trotzdem gut geschützt. Ich wäre dennoch heilfroh, wenn wir sie nicht benötigen würden", so der 32-Jährige.