Grüne zwischen Kabarett und Politik

Aschermittwoch Abgeordneter nimmt im Staahadler Aff kein Blatt vor den Mund

Erlabrunn/Steinheidel. 

Erlabrunn/Steinheidel. Traditionell ziehen die Parteien beim politischen Aschermittwoch vom Leder. Schon zum sechsten Mal hat das auch der Kreisverband von Bündnis90/Die Grünen im Staahaadler Aff in Erlabrunn getan.

Die Wortbeiträge pendelten zwischen Kabarett und politischem Statement. In jedem Fall waren sie geistreich und einige strapazierten sogar die Lachmuskeln des Publikums. Andere regten eher zur Diskussion und zum Nachdenken an. "Schön, dass ihr alle hier seid. Wer weiß, ob wir das in zwei Wochen noch so machen können, vielleicht ist dann das Erzgebirge abgeriegelt", sagte Dunja Schulze vom Kreisverband gleich zur Begrüßung. Süffisant in bester Kabarettmanier fügte sie hinzu: "Bei den Massen von Chinesen und Touristen hier, kann das natürlich passieren."

Ein Märchen von zwei Umweltschützern

Mit einem Märchen über den König Salomonchen begann Albrecht Krumbiegel das Programm. In seiner Geschichte ging es um zwei Umweltschützer, die sich einen erbitterten Streit vor Gericht lieferten. Während der eine ein Windrad aufbauen wollte, war der andere ein erbitterter Gegner von Windkraft. Dabei wollte auch dieser Strom aus der Steckdose. Das salomonische Urteil verbot den Aufbau des Windrades. Doch Grund zum Jubeln hatte der Gegner nur kurz, denn König Salomonchen ließ bei ihm kurzerhand den Strom abdrehen.

Auch für den eigentlichen Höhepunkt des Abends sorgte Albrecht Krumbiegel. Er hatte sich den "Merkel-Kandidaten-Schwund" mal genauer angeschaut und so einige potenzielle Kanzlerkandidaten auf die Aschermittwochsschippe genommen.

Der Landtagsabgeordnete Volkmar Zschocke, der gleichzeitig OB-Kandidat für Bündnis 90/Die Grünen in Chemnitz ist, wollte diesmal nicht so lustig, dafür aber nachdenklich sein. Er hinterfragte vieles sehr kritisch und brachte etliche Fakten auf den Tisch. Auch machte er die neue Rolle der Grünen klar, die plötzlich ins Schussfeuer der Kritik geraten, wenn Bäume gefällt werden. Doch Zschocke stellte sich hinter diese Entscheidungen. Sie seien notwendig, wolle man weiteren Schaden abwenden. "Wir müssen das machen, doch die Leute verstehen es nicht", sagt Zschocke. Dass dabei Waldwege zerstört werden, ärgere auch die Erzgebirger. Immer wieder gebe es böse Anrufe.

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